Vögel als Stars am Heldenberg: Karakara geht Gassi. Am Heldenberg waren wieder einmal Vögel die Stars.

Von Sylvia Stark. Erstellt am 25. Juli 2019 (04:03)

Am Falkenhof der Aigners wurden am vergangenen Freitag zwei Patronanzvögel im Rahmen einer Feier mit Flugschau und Heurigenabend präsentiert. Friedrich Schuster aus Sieghartskirchen übernahm die Patronanz für einen Wüstenbussard. Elisabeth Schön aus Wien hat es eine „Uhudame“ angetan. Sie darf sich jetzt Patin des wunderschönen Vogels mit den Federohren nennen.

„Früher war ich Präsident des niederösterreichischen Pferdesportverbands. Jetzt suche ich mir etwas Leichteres und habe die Falknerei-Ausbildung am Heldenberg begonnen“, schilderte Schuster.

Nach den ersten Workshops bei Berufsfalkner Mario Aigner waren er und Frau Schön so begeistert, dass sie ihre Ausbildung zur Gänze absolvieren. „Wenn man Jungfalkner ist, will man natürlich eine Patenschaft, was auch eine finanzielle Unterstützung beinhaltet, übernehmen“, sagt Schuster und betont: „Wir wollen die Falknerei damit auch wieder salonfähig machen.“

Der einstige Oberst beim Bundesheer beschreibt sein Patenkind „Xenia“: „Der Wüstenbussard ist der einzige Greifvogel, der im Rudel jagt. Dabei ist er jedoch sozialorientiert, sehr zutraulich und leicht abzurichten.“ Das vierjährige Uhuweibchen „Sissy“ von Elisabeth Schön wurde von Hand aufgezogen und ist nachtaktiv. „So ein Uhu ist ein bisschen stur und leicht verärgert. Wenn er etwas nicht will, kann man machen, was man will“, schmunzelt die Patin.

„Speedy“ zerbiss aus Ärger den Gurt im Auto

Falklandkarakara „Speedy“, er gilt mit seinen Artgenossen als intelligentester Greifvogel der Welt, zeigte indes, dass er brav bei Fuß gehen kann. Mario Aigner, einst Hundetrainer, lernte ihm das nebenbei ein. „Speedy“ wollte als Jungvogel immer bei ihm sein, sogar beim Einkaufen mit dem Auto.

Einmal brauchte Familie Aigner länger in einem Supermarkt, das ärgerte den Greifvogel so, dass er einen Gurt mit seinem messerscharfen Schnabel durchtrennte. Besonders gern hat der Falklandkarakara auch Flip-Flops und Sandalen, die er blitzschnell zerstört. Aus dem Lenkrad des Autos von Mario Aigner biss er schon einmal ein Stück heraus.

Nach der Greifvogelvorführung ging es noch zu den übrigen Vögeln in ihren Volieren. Zu bestaunen gab es da den Wanderfalken, der es als schnellstes Tier der Erde auf eine Fluggeschwindigkeit von 350 km/h bringt. In unmittelbarer Nachbarschaft sitzen die Schneeeulen – auch als „Harry-Potter-Eulen“ bekannt.

Im letzten Gehege, das zur Auswilderung dient, leben ein Waldkauz und eine Waldohreule. „Sie sind aus den Nestern gefallen. Wir lernen ihnen mit eingefrorenen Mäusen das Jagen“, erläuterte Falkner Aigner. „Wenn sie ihren Naturinstinkt erlernt haben, dann werden sie freigelassen.“

Nach so viel Greifvogelwissen wartete eine Heurigenplatte mit Wein aus dem Schmidatal auf die Gäste, darunter Heldenberg-Vizebürgermeister Günther Brandstätter mit Ehefrau Sabine.