Retzer Land: Wege in der idealen Rad-Distanz. Viele interessierte Besucher säumten das Freigelände bei dieser Retzer-Land-Premiere.

Von Franz Enzmann. Erstellt am 22. September 2020 (09:46)

Unter dem Motto „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, wir müssen es nur nutzen“ lud die Klimamodellregion „Unser Klima Retzer Land“ zum ersten Mobilitätstag nach Zellerndorf ein. Vor dem Bildungscampus standen Info-Zelte und elektrobetriebene Fortbewegungsmittel.

„Es muss nicht immer das Auto sein! Ein Großteil der im Alltag zurückgelegten Wege beträgt unter fünf Kilometer, eigentlich eine ideale Radfahrdistanz“, meinte Energieberater Wilfried Fichtinger. Aber auch die Besucher gaben zahlreiche Anregungen, wo in den Gemeinden Radwege verbessert oder geschaffen werden könnten, um die Alltagswege bequem und sicher zurücklegen zu können, worüber sich Klimamodellregionsmanager Gregor Danzinger freute.

Ein weiteres Highlight des Mobilitätstages waren die E-Fahrzeuge: Ob ein E-Lastenfahrrad zum täglichen Transport der Kinder oder des Großeinkaufs, ein E-Roller (Moped) oder ein E-Auto: Die Besucher konnten die Vorteile ausgiebig testen.

E-Autos für Gemeinden als Vorbild?

Die Zellerndorfer Musikkapelle spielte ihren ersten Frühschoppen dieses Jahres – ein schöner Startschuss in der Region, um sich gemeinsam Gedanken über die Mobilität der Zukunft zu machen. Die Kommunalpolitiker aus dem Retzer Land zeigten sich ebenfalls interessiert am ersten Mobilitätstag. „Elektrofahrzeuge in den Gemeindeverwaltungen wären ein erster Schritt und hätten Vorbildwirkung“, meinte ein Besucher.

„Die Welt ist im Wandel – und somit auch die Mobilitätswelt“, sagt der Modellregionsmanager. Derzeit dominiere am Land das eigene Auto als Fortbewegungsmittel Nummer eins. Es werde auch in Zukunft immer einen Stellenwert haben, „aber vielleicht nicht notwendigerweise die dominierende Rolle spielen. Jedenfalls aber wird es elektrisch sein.“

Hintergrund: 

  • Mobilität ist mehr, als nur von A nach B zu kommen. Die Art unserer Fortbewegung bestimmt maßgeblich, wie unsere Ortschaften aussehen und wie sie sich anfühlen, wie sauber die Luft ist, wie stark die Lärmbelastung ist, wie sicher die Wege sind, wie einfach es ist, ohne eigenes Auto von A nach B zu kommen, also wie hoch die Lebensqualität für die hier lebenden Menschen ist.
  • Damit verbunden ist auch die Wirtschaftsgrundlage für lokale Geschäfte in den Ortskernen sowie generell die Attraktivität der Gemeinden und somit des ganzen Retzer Landes. Für die Bevölkerung und auch für die Touristen, die ein wichtiges wirtschaftliches Standbein der Region sind.
  • Zusätzlich sollen auch alle Menschen mobil sein können, die kein eigenes Auto haben, nicht fahren können oder die Touristen, die mit dem Zug anreisen wollen.