Lichtblicke am Hollabrunner Arbeitsmarkt. 1.800 Arbeitslose waren Ende Mai beim Hollabrunner AMS vorgemerkt: Als Folge der Pandemie ist das im Jahresvergleich ein Zuwachs von 56,5 %.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 02. Juni 2020 (11:40)
#weiter mit Jobvermittlung lautet das Motto für das AMS-Team rund um Geschäftsstellen-leiter Josef Mukstadt.  Foto: AMS
AMS

Frauen waren vom Corona-Lockdown stärker betroffen als Männer, jüngere Beschäftigte und ausländische Arbeitskräfte deutlich mehr als die Altersgruppe ab 30.

Auch für Langzeitarbeitslose und Menschen mit Handicaps kamen die Bemühungen um einen neuen Arbeitsplatz praktisch zum Erliegen. Kurzarbeit für über 3.000 Beschäftigte hat einen noch dramatischeren Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bezirk Hollabrunn verhindert.

Foto: Blue Planet Studio/Shutterstock.com, Quelle: AMS, Grafik: Bischof/NÖN
Foto: Blue Planet Studio/Shutterstock.com, Quelle: AMS, Grafik: Bischof/NÖN

„Rund 16 Prozent aller Menschen, die seit Mitte März ihren Job verloren haben, stehen mittlerweile wieder in Beschäftigung“, sieht Josef Mukstadt einen kleinen Hoffnungsschimmer am Arbeitsmarkt. „Das sind aber erst die Anfangsschritte im Marathon zurück zur wirtschaftlichen Normalität“, weiß Hollabrunns AMS-Geschäftsstellenleiter.

Zudem sei der Wiedereinstieg oft mit einem reduzierten Stundenausmaß oder nicht selten mit einer geringfügig entlohnten Tätigkeit verbunden. Beschäftigungsmotoren in Krisenzeiten waren systemerhaltende Unternehmen.

„In den letzten Wochen ist auch die Bauwirtschaft samt dem Baunebengewerbe wieder in Gang gekommen“, berichtet Mukstadt.
Unverändert im Krisenmodus befinden sich viele Dienstleistungsbetriebe, bestimmte Bereiche des Einzelhandels sowie Gastrobetriebe und der Tourismus mit allen vor- oder nachgelagerten Branchen.

AMS-Motto: „#weiter mit Jobvermittlung“

„Lockerungen in einzelnen Wirtschaftsbereichen machen sich durch vermehrte Arbeitskräfteanforderungen bemerkbar“, berichtet der AMS-Chef. Mit 243 freien Stellen liege das aktuelle Jobangebot nur geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres. Zu Gesundheitsberufen und zum Lebensmitteleinzelhandel ist ein Personalbedarf vor allem im Bau- und Baunebengewerbe dazugekommen. In den letzten Wochen sei deshalb das Vermittlungsgeschäft im AMS intensiviert worden.

„Konsequente Vermittlung ist der wichtigste Hebel, um Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern“, so die Erfahrung von Mukstadt. Jobsuchende, die von der Krise besonders betroffen sind, werden mit Sofortmaßnahmen unterstützt.