Adieu nach 22 Jahren für Hollabrunner Doppel-Direktor. Erwin Kraus übergibt seine Zepter an Breindl (ASO) und Weihs (PTS).

Von Sandra Frank. Erstellt am 01. April 2020 (04:23)

Erwin Kraus ist im März 65 Jahre alt geworden. Für den Direktor der berufsgrundbildenden Polytechnischen Schule (PTS) und der Sonderschule Hollabrunn (ASO) bedeutet dies: Zeit für den Ruhestand; obwohl der Oberstudienrat das Schuljahr gerade in der aktuellen Situation noch gerne abgeschlossen hätte.

Kraus leitete 22 Jahre lang die Hollabrunner PTS, im September 2017 wurde er außerdem mit der Leitung des Allgemeinen Sonderschule betraut. Maria Breindl übernimmt nun mit 1. April die Leitung der ASO, Gerald Weihs tritt an diesem Tag in der PTS in die Fußstapfen von Erwin Kraus. Die beiden waren bisher seine Stellvertreter und steigen mitten in der Coronakrise, in der der Unterricht zu Hause stattfinden muss, in die neue Funktion ein.

„Erwin Kraus war mit Herz und Weitblick im Schuldienst tätig.“PTS-Nachfolgerin Maria Breindl

Kraus‘ Abschiedsfest fiel ins Wasser, wird aber auf jeden Fall nachgeholt, wie Weihs im NÖN-Gespräch versichert. „Das hat er sich verdient“, ist er bedrückt, dass der Direktor vorerst nicht gebührend verabschiedet werden kann. Dem kann Breindl nur zustimmen: „Erwin Kraus war mit Herz und Weitblick im Schuldienst tätig. Dass er unter diesen Umständen seinen Übergang in die Pension erleben muss, das tut mir einfach menschlich zutiefst leid.“

Gerald Weihs organisiert gerne, schreibt Listen, pflegt ein Netzwerk. Deswegen hat er die Herausforderung, die PTS zu leiten, angenommen. Denn diese Eigenschaften helfen dem Pädagogen, der seit 20 Jahren an der Schule unterrichtet, die Bürokratie, die den Alltag eines Schulleiters prägt, zu bewältigen. „Das bekommst du als normaler Lehrer gar nicht mit, was im Hintergrund läuft“, erzählt Weihs davon, dass er von Kraus langsam in die Materie eingeführt worden ist.

„Er hat mir ein gutes Fundament hinterlassen. Darauf kann ich gut aufbauen“, blickt Weihs zuversichtlich in die Zukunft. Ab Herbst gibt es nämlich einen neuen Lehrplan für die PTS, dessen Fokus auf Digitalisierung und Medienkompetenz liegt.

Maria Breindl unterrichtet seit 32 Jahren an der Sonderschule und ist mit ihr sehr verbunden. „Mir ist die Positionierung des Schultyps ASO in der Bildungslandschaft ebenso wichtig wie im gesellschaftlichen Bereich.“ Daran habe sie stets gearbeitet und Brücken gebaut. Sie übernehme die neue Aufgabe auch deshalb sehr gerne, „weil ich von einem sehr guten und professionellen Lehrerinnen-Team unterstützt werde“.

Zusammenhalt und Solidarität in Krisenzeit

Der Zeitpunkt der Übernahme sei jedenfalls ein außergewöhnlicher. „Was für mich sehr wichtig und gut ist, ist die Verbundenheit mit meinem Vorgänger Erwin Kraus.“ Er hat Maria Breindl in den vergangenen beiden Wochen, nach Beginn der Krisenmaßnahmen, sehr unterstützt.

Der Zusammenhalt und die Solidarität, die die Pädagogin in dieser Zeit im Schulteam erleben durfte, „haben meinen Entschluss, die Schule zu leiten, bestätigt. Das ist ein gutes Gefühl!“