Hadres: Warum Schilder im Eigenheim kleben. „Ausgedinge“ bewährt sich für die pflegebedürftige Mutter: Eine NÖN-Mitarbeiterin erzählt.

Von Romana Schuler. Erstellt am 01. April 2020 (05:49)
Mama mit Rollator vor hausinternem Leitsystem: Romana Schuler hat ihrLeben neu adaptiert.
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In den letzten Tagen wurde vermehrt Pflegenotstand, insbesondere im Bereich der 24-Stunden-Pflege, wahrgenommen. Verschiedene Lösungsmodelle werden jetzt überlegt oder sind bereits in Umsetzung. Vor allem das Land Niederösterreich geht hier mit dem Einfliegen von rund 250 Pflegerinnen aus Rumänien und Bulgarien einen außergewöhnlichen Weg, der die Lage sicherlich wesentlich entspannen wird.

Gerade heute habe ich mit unserer rumänischen Pflegerin Angela telefoniert. Wegen ihrer eigenen Notlage haben wir ihr vor zwei Wochen einen Flug nach Rumänien gebucht, einer meiner Brüder hat sie zum Flughafen nach Memmingen (D) gefahren. Angela hat erzählt, dass sie unmittelbar nach ihrer Rückkehr für 14 Tage in ihrer Wohnung in Quarantäne bleiben musste, bis jetzt.

Ich erlebe, was das Pflegepersonal leistet

Ihr Mann und ihr Sohn arbeiten in London. Die Familie trifft sich circa viermal im Jahr, und diesmal war geplant, dass ihr Mann zu Ostern nach Hause kommt. Daraus wird jetzt aber leider nichts. Wann sie wieder nach Österreich kommt, konnte sie mir nicht sagen.

Inzwischen ist mir auch klar geworden, dass ich höchstwahrscheinlich mein Leben, das ich nun mit meiner pflegebedürftigen Mutter teile, in den nächsten Monaten ganz neu adaptieren muss. Der Tagesablauf ist stark von ihren Bedürfnissen bestimmt. Ich erlebe jetzt, was das Pflegepersonal bei einer 24-Stunden-Pflege alles leistet.

Der Ausbau meines ehemaligen „Ausgedinges“ für meine Gäste bewährt sich großartig. Meine Mutter sagt, dass sie dort wunderbar schlafen kann. Damit sie sich im Haus zurechtfindet, habe ich überall Infoschilder aufgehängt: Hier geht’s zum Schlafzimmer, hier zum WC. Jüngst fragte mich meine Mutter: „Wem gehört das Haus eigentlich?“ Als ich ihr erklärte, dass das Haus mir gehört, sagte sie: „Gott sei Dank! Dann müssen wir keine Miete zahlen.“

Meine Mutter träumt ziemlich viel. Das ganze Thema rund um Corona beschäftigt sie sehr, und kürzlich erzählte sie mir: „Stell dir vor, ich habe geträumt, dass ich das Coronavirus habe, aber ich konnte niemanden damit anstecken.“ Das wäre in der Tat ein Wunschtraum: bereits Antikörper zu haben, ohne zuvor an dem heimtückischen Coronavirus erkrankt zu sein.