Das tww in Guntersdorf erwacht: „Wir haben einen Plan!“. Die Intendantin setzte der Untätigkeit ein Ende. Für das neue tww-Stück wird bereits geprobt.

Von Sandra Frank. Erstellt am 23. April 2021 (04:10)
Seit diesem Bild, das die NÖN im März schoss, hat sich nichts verändert, das tww in Guntersdorf ist immer noch geschlossen. Doch Intendantin Franziska Wohlmann-Pfeifer beschloss: Es wird geprobt! Die nächste Premiere ist für den 29. Mai geplant. Darf dann gespielt werden, ist das tww bereit.
NOEN

„Die Untätigkeit macht mich wahnsinnig“, hält Franziska Wohlmann-Pfeifer die Zwangspause, zu der das Theater durch die Pandemie und die dazugehörigen Maßnahmen verdammt ist, nicht mehr aus. Die Intendantin des Guntersdorfer tww hat das Büro sicher schon zehn Mal zusammengeräumt, die lange Liste an neuen Stücken ist gelesen, Notizen sind gemacht, Recherchen erledigt. „Das ist ja kein Zustand, darum hab’ ich zu Uschi gesagt: Aus, wir spielen!‘“, erzählt die Regisseurin mit einem Lachen.

Gespielt wird natürlich noch nicht, aber geprobt. Ursula Leitner führt bei dem nächsten Stück, das im tww Premiere feiern soll, Regie. „Die 39 Stufen“, eine Krimikomödie von John Buchan und Alfred Hitchcock, soll am 29. Mai aufgeführt werden. Wie, das wissen weder Wohlmann-Pfeifer noch Leitner, aber: „Wir haben zumindest einen Plan“, erzählt die tww-Intendantin, startklar zu sein, „wenn wir endlich wieder irgendetwas dürfen“.

„Das ist ja kein Zustand, darum hab’ ich zu Uschi gesagt: ,Aus, wir spielen!‘“ Franziska Wohlmann-Pfeifer, tww-Intendantin, hat die Zwangspause satt

Trotz der langen Theater-Pause ist Wohlmann-Pfeifer zuversichtlich, dass bald wieder gespielt werden darf. Nachsatz: „Ich rechne aber mit Auflagen.“

Nicht nur ihr hängt die Untätigkeit zum Hals hinaus: „Die Leut‘ wollen endlich wieder spielen.“ Nicht zu proben und nicht auf der Bühne zu stehen, sei ja eben „kein Zustand“, bemerkt sie, dass Trägheit im Theater Einzug hält. „Damit ist jetzt Schluss!“

Weil ein Theaterstück gute sechs Wochen Vorlaufzeit brauche, um es auf die Bühne zu bringen, wurde nun mit den Leseproben für „Die 39 Stufen“ in Wien begonnen. Natürlich halten die Darsteller dabei alle Corona-Regeln ein und lassen sich mehrmals pro Woche testen. Vier Schauspieler sind es, die bei dem Stück spielen werden. „Es gibt zwei Hauptdarsteller, und zwei, die alle anderen spielen werden, etwa 100 Leute“, schmunzelt Wohlmann-Pfeifer. Dass das Stück so konzipiert ist, hilft in Corona-Teiten natürlich enorm.

Während die Proben bereits begonnen haben, „basteln wir am Scenario“, dem Programmheft des tww; damit wird auch im Theater selbst wieder Fahrt aufgenommen. Wohlmann-Pfeifer ist anzuhören, dass sie ihr geliebtes tww endlich wieder voller Menschen sehen will.

Trostloser Blick in die Zuschauerränge

Wobei „voll“ relativ ist. „Von vollen Zuschauerreihen brauchen wir gar nicht reden“, ist sie realistisch, wenngleich sie beobachtet, dass es mit den Impfungen gut vorangeht. Wenn die Zwei-Meter-Abstandsregel aufrecht bleibt, dann „wird es trostlosest ausschauen“, weiß die Regisseurin. Denn im Theater im Stadl haben normalerweise etwas mehr als 100 Zuseher Platz, mit zwei Metern Abstand rundherum werden es 20, maximal 25 sein. „Das rentiert sich für uns natürlich nicht, aber wir müssen Präsenz zeigen“, betont die Prinzipalin. Nicht nur die Schauspieler, auch die Stammgäste lechzen nach kulturellen Ereignissen und fragen bei Wohlmann-Pfeifer nach, wann wieder gespielt werden kann.

Die ehemalige Volksschullehrerin hofft, bald eine Antwort darauf zu haben.