Breitenfelder ruft zu „Kurskorrektur“ auf. Debatte „Wir für Retz“-Gemeinderat sieht Zukunft der Bildungsstadt nicht rosig – und spricht von einer längst überholten Denkweise.

Erstellt am 03. Februar 2017 (05:33)
Michael Böck
NMS Retz

Gemeinderat Karl Breitenfelder hat die städtische Bildungsdebatte in den letzten NÖN-Ausgaben verfolgt – und schaltet sich ein.

Alois Binder und Petra Schnötzinger erzählten, inwieweit die Sanierungspläne der NMS fortgeschritten sind. Bildungsgemeinderat Walter Fallheier befürwortete diesen Schritt grundsätzlich, vermisste jedoch Innovation und eine gemeinsame Strategie in den Planungen. Das wiesen wiederum Binder und Birgit Wagner, Direktorin der HAK und HLT, scharf zurück.

NOEN, WfR
„Andere Gemeinden haben dieselben Probleme“, sagt Karl Breitenfelder.

Breitenfelder (Foto links) kritisiert, dass „unsere Bürgermeister die laufende Abwanderung unserer Schüler in andere Schultypen zulassen, ohne dagegen vereint aufzutreten. Hier sind nicht fünf verschiedene Konzepte und Richtungen sinnvoll, sondern ein geeintes Vorgehen.“

Der Gemeinderat der Liste „Wir für Retz“ findet, dass „eine dringende Kurskorrektur und Imageaufbesserung der NMS“ unter Einbindung der Pädagogen notwendig sei. „Dies können weder ein pensionierter Lehrer noch eine Direktorin, die Retz verlassen will und die bereits die HAK/HAS wegen Schülermangels verloren hat“, richtet sich sein Vorwurf an Binder und Wagner.

„In einer längst überholten Denkweise gefangen“

Man sei „in einer längst überholten Denkweise gefangen, wenn man die mangelnde Einbindung aller Beteiligten nicht versteht oder verstehen will und sich auf Erfahrungswerte beruft“. Lehrer, Eltern und Schüler sollten seines Erachtens nicht erst hinzugezogen werden, wenn „alles auf Schiene“ sei.

Der Retzer ist sicher, dass pädagogische Gebäude wie Turnsäle nicht auch für Bälle oder Konzerte verwendet werden können. Der NMS-Ausschuss will die für die Landesausstellung geplante Mehrzweckhalle später als Turnsaal nutzen.

Breitenfelder fürchtet, dass man technischen und qualitativen Anforderungen nicht gerecht werden könne, die jeweiligen Umrüstungen zu viel Zeit und Geld verschwenden. Und er stärkt seinem „Wir für Retz“-Kollegen den Rücken: „Wie man Gebäude und auch alte Strukturen sinnvoll renoviert, saniert und einer weiteren Nutzung in einer modernen Zeit zuführt, hat Walter Fallheier mit der Adaptierung der Volksschule in Retz eindrucksvoll bewiesen.“

Breitenfelder fasst zusammen: „Nur wehmütig auf vergangene Gelegenheiten zurückzublicken und dabei zukünftige Chancen zu übersehen“, werde niemanden weiterbringen. „Denn andere Schulgemeinden haben dieselben Probleme und werden alles dafür tun, ihre Kinder in der Gemeinde zu halten – und dies ist auch unsere Aufgabe.“