Glasfaserprojekt: „Corona-Krise verändert Haltung“. Die Coronakrise verdeutlicht die Notwendigkeit des Glasfaserausbaus, ist man im Retzer Land überzeugt. Der neue Geschäftsführer plant bereits die Bauarbeiten.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 05. April 2020 (06:20)
Via Videokonferenz planen Bürgermeister Stefan Schmid (r.) und Vizebürgermeister Johann Divotgey aktuell mit Geschäftsführer Leopold Schwaiger den Glasfaserausbau in der Stadtgemeinde Schrattenthal.
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Homeoffice, Videotelefonie oder die intensive Nutzung von Streamingdiensten – was vor einem Jahr die Argumente für den Ausbau des Glasfasernetzes im Retzer Land waren, ist nun ganz plötzlich und schneller als erwartet zum Alltag geworden. Und viele, die sich nicht vorstellen konnten, wozu es dieses Netz braucht, haben ihre Meinung geändert.

„Wenn man etwas Positives an der derzeitigen Krise sehen möchte, dann, dass sich die Haltung zum Glasfaserausbau verändert“, bemerkt Schrattenthals Bürgermeister Stefan Schmid. Je nach Lage funktioniere es bei vielen recht gut, andere klagen aktuell über eine sehr schlechte Internetverbindung im Homeoffice. Hier merke man die Grenzen des Funknetzes.

„Eigentlich war geplant, im Sommer die ersten Bauarbeiten auszuschreiben. Das verzögert sich jetzt wahrscheinlich …“Stefan Schmid, Obmann, Glasfaser.Ausbau.Retzerland

Doch klarerweise gehe nun auch der Glasfaserausbau ein wenig langsamer voran. Aktuell werden zusätzlich zu den fünf bereits von der NÖG (Niederösterreichischen Grenzlandförderungsgesellschaft) reservierten Fördermillionen die Möglichkeiten, an Bundesförderungen zu kommen, abgeklärt, informiert Schmid, der Obmann des Trägervereins „Glasfaser.Ausbau.Retzerland“ ist.

Erste Detailplanungen für den Ausbau seien bereits mit den Gemeinden im Laufen. Entsprechend der Förderrichtlinien muss man die möglichen Gebiete und Strecken festlegen, die man ausbauen will. Die Coronakrise bremst: „Eigentlich war geplant, im Sommer die ersten Bauarbeiten auszuschreiben. Das verzögert sich jetzt wahrscheinlich …“

Intensiv darum kümmern wird sich aber ab sofort Leopold Schwaiger, der kürzlich zum Geschäftsführer der vom Verein angekauften GIBAG GmbH bestellt wurde. Er wird den Bau koordinieren und ist der Ansprechpartner für alle Kooperationspartner.

Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Sachverständiger im Bereich Wasser- und Abwasserwirtschaft in den Gemeinden des Retzer Landes sei er die ideale Besetzung, meint Schmid: „Er kennt die Gemeinden, kennt alle Straßen und die regionalen Besonderheiten. Also zum Beispiel, wann das Kürbisfest ist und man daher nicht bauen sollte.“

Außerdem sei Schwaiger selbst nicht aus der Region und könne daher als neutraler Außenstehender für die Gemeinden Pulkau, Retz, Retzbach und Schrattenthal gleichermaßen unvoreingenommen tätig sein. „Er denkt out-of-the-box, was uns sicher Geld spart. Das habe ich jetzt schon gemerkt“, lobt Schmid weiter und freut sich, das Bauprojektmanagement in professionelle Hände übergeben zu haben.