Ortsvorsteher Aigner: "Wie bei einem Bombenangriff". Eine der am stärksten von Hagelunwetter betroffenen Ortschaften im Bezirk Hollabrunn war Suttenbrunn. "Es war wie bei einem Bombenangriff. Ein Wahnsinn! So was haben wir noch nicht erlebt", schüttelt Ortsvorsteher Anton Aigner den Kopf.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 25. Juni 2021 (13:20)

Ortsbewohner marschieren mit ungläubigen Blicken durch Suttenbrunn. Kein Dach, das verschont geblieben wäre. Fenster- und Autoscheiben kaputt. Stromleitungen gekappt. Getreide, Mais, Kürbis, Sonnenblume - die Felder sind komplett zerstört, die Ernte im Eimer. "Nächste Woche hätten wir gedroschen. Jetzt können wir den Häcksler anhängen", seufzt Aigner. Statt Erntearbeit gibt's jetzt Papierkram. Kommende Woche werden die Schäden erhoben, danach wird alles mit der Versicherung abgewickelt.

Dabei hatten die Suttenbrunner zunächst sogar durchgeatmet. Denn die erste Gewitterzelle "haben wir halbwegs gut überstanden", erzählt Aigner. Doch dann kam ein weiteres Unwetter aus Richtung Tschechien. "Das ist zuerst vorbeigezogen, hat dann plötzlich umgedreht und unseren Ort voll erwischt", schildert der Ortsvorsteher, der einige Hagelkugeln abwog: "200 bis 300 Gramm waren sie schwer!"

"Wir wissen gar nicht, wo wir anfangen sollen", sind jetzt die Aufräumarbeiten voll angelaufen. Aigner selbst hat allein am Dach seines Hauses einen Schaden von bis zu 80.000 Euro. Und das ist nur ein kleiner Bruchteil des Ausmaßes. 

Und trotzdem geistert im Hinterkopf das Wissen, dass es die nördlichen Nachbarn in Südmähren, wo durch einen Tornado sogar Tote zu verzeichnen waren, noch viel ärger erwischt hat.