Neuer Bildungs-Campus für Horn? . Stadt legt 455.000 Euro für „Uniqa-Haus“ aus und plant Bildungs-Campus.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 21. Oktober 2020 (04:52)
Eine halbe Million Euro investiert die Stadtgemeinde Horn in den Ankauf des Hauses der Uniqa-Versicherung gegenüber dem Rathaus und direkt neben Musik- und Volkshochschule, den Bürgermeister Jürgen Maier (rechts) und Finanz-Stadtrat Heinrich Nagl abgeschlossen haben.
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Ohne Debatte und ohne Gegenstimme wurde der Antrag von Finanz-Stadtrat Heinrich Nagl bei der letzten Gemeinderatssitzung abgesegnet, das Haus der Uniqa-Versicherung, gegenüber dem Rathaus und unmittelbar neben der W. A. Mozart Musikschule und der Volkshochschule am Rathausplatz, anzukaufen.

„Der Kauf war ursprünglich nicht geplant, es hat sich einfach so ergeben“, teilte Nagl den Mandataren mit, als er sich den Nachtragsvoranschlag absegnen ließ, der diesen Kauf beinhaltete, und daraus folgend die Darlehensaufnahme von 500.000 Euro. Als Bestbieter wurde der Sparkasse Horn (Aufschlag von 0,41 % auf den Sechs-Monats-Euribor, keine Spesen, 15 Jahre Laufzeit) der Zuschlag erteilt. Die Kaufsumme beträgt 455.000 Euro, die Stadtgemeinde trägt sämtliche Vertragskosten, Steuern und Gebühren.

Maier: „Das war eine gewaltige Einkaufstour“

„Es ist ein guter Kauf, wir können die Musikschule und Gemeindeeinrichtungen erweitern“, sagt Maier. „Welche das sind, wird noch zu beraten sein.“ Im NÖN-Gespräch präzisierte er seine Vorstellungen, nachdem die Stadtgemeinde in den letzten Jahren etliche Ankäufe getätigt hatte: das „Ibesich-Haus“ neben dem Vereinshaus, die „Kienzl-Villa“ beim Freibad (sie wurde bereits geschleift und die Liegewiese vergrößert), das EVN-Gebäude im Stadtgraben hinter der Musikschule oder das früher im Besitz der Sparkasse befindliche Haus der Musikschule und der Volkshochschule. „Das war schon eine gewaltige Einkaufstour in den letzten Jahren“, so Maier. „Aber solche Gelegenheiten, die für die Stadtentwicklung wichtig sind, kann man sich einfach nicht entgehen lassen.“

„Campus“ beim Rathaus als Zukunftsprojekt

„Das war auch der Grund, warum wir diesen Kauf getätigt haben“, erläuterte Maier. „Wir wollen in den nächsten Jahren dort eine Art Campus unter Einbeziehung des Innenhofs errichten. Ein neues Gebäude hätte sicher Millionen gekostet, jetzt können wir im Lauf der Jahre das Geld in die Verbindung zwischen Musikschule und Uniqa-Haus investieren.“ Dass ein „Campus“ nicht zu hoch gegriffen sei, ergibt sich aus der Tatsache, dass wöchentlich etwa 1.500 Personen die beiden Schulen frequentieren. „Das trägt natürlich auch zur Belebung der Innenstadt bei.“

„Wir brechen sicher nichts übers Knie. Wir versuchen alles, um eine vernünftige Lösung im Sinn des Steuerzahlers zu finden.“Bürgermeister Jürgen Maier

Beide Häuser müssen dann natürlich auch noch barrierefrei gemacht, ein Lift eingebaut werden, was wegen der Halbstöcke in der Musikschule eher schwierig sei (Maier: „Das wird eine kreative Lösung brauchen!“). Die Stadtverwaltung selbst wird das neu erworbene Haus nicht beanspruchen, eher könne noch die Stadtbibliothek dorthin übersiedeln, was im Sinn des Campus sei, und damit würden auch wieder Räumlichkeiten für Einrichtungen des Stadtamtes frei.

Während die bisher von der Stadtgemeinde gekauften Häuser schon eine entsprechende Verwendung gefunden haben, gibt es eine solche für das „Ibesich-Haus“ noch nicht. „Wir haben demnächst wieder eine Sitzung mit möglichen Nutzern“, so Maier. „Wir brechen sicher nichts übers Knie, sondern wir versuchen alles, um eine vernünftige Lösung im Sinn des Steuerzahlers zu finden.“

Ein eher kümmerliches Dasein fristet schon jahrelang das „Ibesich-Haus“ neben dem Vereinshaus an der Kreuzung Hamerlingstraße-Spitalgasse. Mit möglichen Nutzern werden laut Bürgermeister Jürgen Maier immer wieder Gespräche geführt, um zu einer „vernünftigen Lösung“ zu kommen.
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