Goldene Kelle für Top-Bauten in Eggenburg und Röschitz. Sanierung des Eggenburger Pfarrhofes & Röschitzer Veranstaltungszentrum wurden ausgezeichnet.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 21. Oktober 2020 (04:56)

Zwei herausragende architektonische Leistungen aus der Region um Eggenburg wurden am 13. Oktober mit der „Goldenen Kelle“ ausgezeichnet. Diese höchste Auszeichnung des Landes Niederösterreich für herausragende Baugestaltung und ausgewogene Einfügung in das Orts- und Landschaftsbild, gingen unter den 20 nominierten Projekten unter anderem an den revitalisierten Pfarrhof Eggenburg und den Kultur-und Veranstaltungssaal „W4-Wein-Genuss-Kultur“ in Röschitz.

Neues Leben im Eggenburger Pfarrhof. Der Pfarrhof in Eggenburg wurde unter strengen denkmalpflegerischen Auflagen saniert und baulich verändert (die NÖN berichtete). Erfreut über diese Auszeichnung zeigte sich auch Pfarrer Sepp Schachinger. Er wertete den Preis auch als Anerkennung für die mehr als 4.000 von Freiwilligen geleisteten Arbeitsstunden, die in das Projekt miteingeflossen sind. Zudem sei es eine große Freude, zu sehen, wie der Pfarrhof jetzt genutzt werde und mit Leben erfüllt sei – auch wenn die Coronakrise dahingehend natürlich wieder einiges verändert habe.

Der Eggenburger Pfarrhof stammt aus dem Jahr 1534. Der dreigeschoßige Renaissancebau zählt damit zu den ältesten Gebäuden in Eggenburg und zu den wertvollsten Pfarrhöfen in Niederösterreich. Das Gebäude dient bereits seit 1792 als Pfarrhof. Möglich gemacht wurde die Sanierung samt Einbau einer komplett neuen Haustechnik durch viele tausend Stunden freiwilliger Helfer. Unter strengen Vorgaben des Denkmalschutzes wurden nach Plänen von Hannes Metzger („GRMW architektur“) architektonische Veränderungen vorgenommen, der Saal im Obergeschoss behindertengerecht vom Garten aus erschlossen, die nachträgliche Vermauerung der gartenseitigen Außenmauer entfernt und der Eingangsbereich mit dem begrünten Innenhof verbunden.

Vom umstrittenen Projekt zum Vorzeigebau. Ausgezeichnet wurde auch der Kultur-und Veranstaltungssaal „W4-Wein-Genuss-Kultur“ in Röschitz. Nachdem das Projekt zunächst auch in Röschitz selbst umstritten war, hat sich der Veranstaltungssaal in den vergangenen Jahren als beliebter Treffpunkt etabliert.

Nachdem in Röschitz eine große Gastronomie-Lücke geklafft hatte, lobte die Gemeinde einen Architekturwettbewerb für einen Veranstaltungssaal aus. Die Standortwahl fiel auf ein für den Weinbauort Rö-schitz passendes Areal in unmittelbarer räumlicher Nähe zu den bewirtschafteten Weinbergen und den traditionellen Kellern der Winzerbetriebe. Nach einem Architektur-Wettbewerb und gemeinschaftlichem Entwicklungsprozess entstand ein Kultur- und Veranstaltungszentrum mit Gebietsvinothek und Restaurantbetrieb als klassischer Pavillontypus, der die Weinviertler Landschaft von allen Richtungen ins Innere holt. Mobile Trennwände machen den Veranstaltungssaal, je nach Bedarf in seiner Größe variabel, vom angrenzenden Gastbetrieb und der Vinothek mit Weinen von 43 Winzern aus der Region abtrennbar. Durchgeführt wurde der Bau dann nach Plänen von Robert Oberhuber von der Architekt Zieser Ziviltechniker GmbH.

Stellenwert in Öffentlichkeit erhöhen. „Die Baukultur eines Landes stellt ebenso wie Musik und Kunst eine wichtige Basis für das Selbstverständnis einer Gesellschaft dar“, hob Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner beim Festakt hervor. Mit der Ehrung durch die „Goldene Kelle“ wolle man den ausgewählten Projekten jenen Stellenwert in der öffentlichen Aufmerksamkeit verleihen, den sie verdienen, sagte die Landeshauptfrau.