Stimmungsvoller Abend ganz im Zeichen Beethovens. „Das Virus hat uns das ursprüngliche Programm für den heutigen Tag vermasselt, nämlich alle neuen Beethoven-Sinfonien zu spielen“, bedauert KlangBurg Gars-Intendant Johannes Wildner. „Aber auch das heutige Programm unter dem Motto ,Alle Menschen werden Brüder' kann sich sehen lassen kann.“

Von Rupert Kornell. Erstellt am 01. August 2020 (12:03)

Und es konnte sich vor allem hören lassen. Vom Streichquintett C-Dur op. 29 von Ludwig van Beethoven, dargeboten vom Westpannonischem Streichquartett (WESPA) mit Primgeiger Wolfgang Göllner, Anett Árvayné Nezvalv (2. Violine), Péter Kóczán (Viola) und Marcell Vamos (Violoncello) sowie mit „Gast“ Johannes Wildner (2. Viola) war das Publikum derart hingerissen, dass es wider allen Usancen nach jedem Satz begeistert applaudierte und sich erst zufrieden gab, als das bekannte „Intermezzo sinfonico“ aus Mascagnis Oper „Cavalleria rusticana“ angestimmt wurde. 

Beethovens einziges Streichquintett wurde von den exzellenten Streichern mit so viel Musikalität und Einfühlungsvermögen vorgetragen, ganz dem Zeitgeist der Frühromantik entsprechend, in der dieses Werk 1800/1801 entstanden ist.

Einfühlsam und ausdrucksstark

Zuvor erlebten die Zuhörer auf der sehr gut (mit Abstand) besetzten Tribüne als Auftakt den 1. Satz aus der ebenfalls in dieser Zeit entstandenen Sonate für Pianoforte Nr. 14 , besser bekannt als „Mondscheinsonate“, sehr einfühlsam und ausdrucksstark gespielt von Andreas Wildner. Einfühlsam und ausdrucksstark auch die Liedvorträge von Siyabonga Maqungo. Er beeindruckte das Publikum mit den Schubert-Werken „Abendstern“ und „Auf der Riesenkoppe“, ehe der südafrikanische Tenor mit Liedern in der Sprache seiner Heimat brillierte, perfekt begleitet von Pianist Andreas Wildner bzw. dem „WESPA“.

Maqungo ist in Gars kein Unbekannter: Er war der umjubelte „Tamino“ in der „Zauberflöte“ vor drei Jahren und war aus Berlin angereist, wo er seit 2017 als lyrischer Tenor an der dortigen Staatsoper engagiert ist.

Den stimmungsvollen Abend komplettierte Göllner mit eigenen und Rilke-Gedichten.