Museum in Horn treibt es bunt. Museum Horn zeigt bis Ende des Jahres Sonderausstellung über „Farben.färben.staunen.“

Von Eduard Reininger. Erstellt am 17. April 2021 (04:14)
Die Ausstellung „Farben.färben.staunen“ ist im Museum Horn zu sehen und zu hören. Lucia Perlinger, Heide Manoutschehri und Wilfriede Plank (von links) haben die „Reise“ in die Welt der Färber in Horn museal aufbereitet.
Eduard Reininger

Die Ausstellung „Farben.färben.staunen: Geschichte der Farbe – So ging ,blaumachen‘ früher“ ist bis Ende des Jahres im Museum Horn zu besichtigen. Die einzigartige Ausstellung beleuchtet das Arbeitsleben der Färber in Horn.

Gezeigt werden hölzerne Färbermodeln, Stoffmuster und der Prozess des Blaudruckes, ein ganz spezielles Färbeverfahren für Leinen- und Baumwollstoffe. Erläutert wird in der Ausstellung übrigens auch, woher die Redewendung „blaumachen“ kommt. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeige, dass es dazu eine „nicht so appetitliche Herleitung gibt“, erklärte Heide Manoutschehri. Der Ausdruck „blaumachen“ geht auf die Färberzunft im Mittelalter zurück. Sie musste Wolle, Garn oder andere gewebte Stoffe in einem aufwändigen Verfahren blau färben.

Viele Liter Urin für Färbung notwendig

Damals kein einfaches Unterfangen, denn blaue Pigmente waren am Schwersten zu beschaffen. Eine große Schwiergkeit war, dass Indigo-Pigmente sich nicht in Wasser lösen. Um damit färben zu können, musste eine andere chemische Reaktion herhalten. Dazu wurden ein großes Gefäß, die Blätter des Färberwaid und viele Liter Urin benötigt, um den Farbstoff löslich zu machen.

Akribisch wurde die Ausstellung durch Heide Manoutschehri und ihr engagiertes Team zusammengestellt. Die Eröffnung des neuen Museumsladens mit Bücher-Neuerscheinungen, Verkostungen, kostenlosem Zutritt für Kinder zur neuen Silo-Rutsche und der Präsentation des Hearonymus „Audioguide Horn“ im Rahmen des Vereins NÖ Stadtmauerstädte und der tschechischen Website der AreaCZ ist für nach dem Lockdown geplant.

Die Eröffnung des Horner Museums musste übrigens coronabedingt noch einmal nach hinten verschoben werden – ebenfalls nach dem Lockdown.