Blick hinter die Kulissen von „Fidelio“. Intendant Johannes Wildner und Regisseur Stephan Bruckmeier gewährten Einblick in Entstehung von „Fidelio“.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 17. Mai 2019 (03:45)
Rupert Kornell
Intendant und Dirigent Johannes Wildner (rechts) und Regisseur Stephan Bruckmeier beleuchteten die „Fidelio“-Hintergründe.

„Wir in Gars spielen heuer ,Fidelio‘ und nicht 2020, wo sich Beethovens Geburtstag zum 250. Mal jährt, denn im weltweiten Wust von Beethoven-Festivals im nächsten Jahr würden wir untergehen“, begründete Intendant Johannes Wildner die Entscheidung, die einzige Oper des Meisters schon dieses Jahr auf die Bühne der Burg Gars zu bringen.

Mit überaus profundem Wissen wartete der Intendant und Dirigent auf und beleuchtete die Vorgeschichte des Stücks, das von der Suche der als Mann (Fidelio) verkleideten Leonore nach ihrem aus politischen Gründen im Kerker schmachtenden Gatten Florestan handelt und von dessen Befreiung, gerade noch bevor er hingerichtet werden sollte. Das erklärt auch, warum dieses Werk das erste nach der Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper und der Befreiung Österreichs 1955 war.

Schon 1805 gab es von Ludwig van Beethoven eine erste Fassung mit dem Titel „Leonore“, der noch zwei bis zur endgültigen, 1814 fertiggestellten folgen sollten. Mit vielen Details aus dieser Zeit wartete Wildner auf, Regisseur Stephan Bruckmeier war ein kongenialer „Assistent“, der aus seinem Blickwinkel die Geschichte der Oper und die Intention seiner Regietätigkeit erzählte.

Nach Goldener Hochzeit erfolgte der Rückblick

Was er in seiner Garser Inszenierung hervorheben will: „Das Publikum soll ein Teil der Atmosphäre sein, ich will die Menschen einfach spüren lassen, was da passiert. Es war ja auch der Wunschtraum Beethovens, dieses Gefühl zu vermitteln.“

Während Bruckmeier versuchte, seine Überraschungen geheim zu halten, plauderte Wildner zumindest eine aus: „Es beginnt mit Leonores und Florestans Goldener Hochzeit, dann blicken die beiden auf ihr Leben als Suchende zurück. Und danach beginnt die Ouvertüre und damit auch die eigentliche Oper.“