Museumsverein: 90-Jahr-Jubiläum ohne großen Festakt. Corona verpfuschte Horner Museumsverein das 90-Jahr-Jubiläum. Derzeit entsteht eine Jubiläums-Festschrift.

Von Eduard Reininger. Erstellt am 31. Oktober 2020 (04:49)
„Erdställe – im archäologischen Spannungsfeld“ standen im Mittelpunkt des Festvortages von Otto Cichocki, Obmann Gilbert Zinsler und Museumsleiter Anton Mück (von links) gratulierten zum interessanten Vortag und überreichten Wolfgang Andraschek (2. von rechts) Dank und Anerkennung und eine Skulptur für die langjährige ehrenamtliche Unterstützung des Museumsvereins. 
Eduard Reininger

Der Situation durch die Coronapandemie war es zuzuschreiben, dass die ordentliche Generalversammlung des Museumsvereins erst im Herbst durchgeführt werden konnte. Generell wirbelte Corona das Jahr des 90-Jahr-Gründungsjubiläums durcheinander.

Wie Langzeitobmann Gilbert Zinsler erklärte, war durch die Pandemie ein großer Festakt nicht möglich. Daher habe man sich entschlossen, eine 130 Seiten umfassende Festschrift unter dem Titel „Aus dem Schatten der Venus – 90 Jahre Museumsverein Horn“ zu produzieren, sie ist derzeit im Entstehen. Der Titel nimmt Bezug auf die derzeitigen Veränderungen, Umbauten und die geplante Neuausrichtung des Museums Horn (die NÖN berichtete laufend) und bearbeitet wichtige Ergebnisse zur Geschichte der Stadt und des Museums. Mit dem Erscheinen ist laut Zinsler bis Ende November zu rechnen. Die Festschrift sei „ein ideales Weihnachtsgeschenk für Freunde von Mitgliedern“, rührte der Obmann die Werbetrommel.

Danach würdigte er die gute Zusammenarbeit mit Museumsleiter Anton Mück, dem wissenschaftlichen Leiter Martin Bauer und den ehrenamtlichen Mitarbeitern, die „immer Gewehr bei Fuß“ stehen, wenn Arbeiten anfallen. Laut Zinsler leisten die Freiwilligen jährlich rund 3.000 freiwillige Einsatzstunden.

Digitales Museum  als Erfolgsstory

In den vergangenen Monaten etablierte sich auch das „digitale Museum“ mit virtuellen Neuigkeiten und digitalen Rundgängen durch das Museum. Als Erfolgsstory bezeichnete Zinsler auch die abendlichen Spezialführungen im Rahmen des Horner Museumsmittwochs, bei denen die Kulturvermittler und Referenten Maria Allinger, Fritz Steininger, Oliver Fries, Marie Jakob, Heide Manoutschehri, Martin Bauer, Anton Mück, Erich Schmudermayer und Renate Luser fachkundig die Besucher durch die Sonderausstellungen, Baugeschichte des Museums, die bibliophilen Schätze der Piaristenbibliothek und durch die Stadtgeschichte führten.

Positiv fiel auch der Bericht des Kassiers Albert Prayer aus. Denn obwohl sich auf der Ausgabenseiten die Renovierung des Benzinlokomobils, Restaurierungen, Seminare und Workshops zu Buche schlagen, ist der Abgang mit 3.682 Euro im Rahmen. Einstimmig wurden der Vorstand und der Kassier von den Mitgliedern entlastet.

Im archäologischen Teil referierte Otto Cichocki vom Vienna Institute für Archaeological Science Uni Wien (VIAS) über die Erdställe im archäologischen Spannungsfeld. Allen im Bereich der Kultur und des Museums Verantwortlichen dankte dann abschließend Kultur-Stadtrat Martin Seidl: „Sie haben alle, trotz widriger Umstände, die Herausforderungen an das Museum angenommen und geschafft, dafür gebührt allen der Dank der Gemeinde.“