23-Jähriger verletzte drei Gäste in Disco. 23-jähriger Beschuldigter kann sich daran nicht erinnern. Zeugen schildern Vorfall.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 05. September 2019 (05:43)
APA (Symbolbild)
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Ein zweifach vorbestrafte 23-Jähriger aus der Gemeinde Dobersberg dürfte bei einem Discobesuch in Horn im März Aggressionen nicht unter Kontrolle gehabt haben: Ihm wird vorgeworfen, drei Personen verletzt zu haben. Deren Anwältin macht Schmerzensgeld geltend: 3.000, 2.000 und 1.000 Euro plus 400 Euro für den Verdienstentgang von zweier Nachtdiensten eines ihrer Klienten.

Der Angeklagte, der mit seiner Bewährungshelferin und ohne Anwalt kam, sieht sich „teilschuldig“. „Ich werde meine Aussage machen, wie ich’s sehe.“ Er sei mit vier Freunden in der Diskothek gewesen, zu viert habe man sich eine Flasche Bacardi geteilt. Er habe noch eine holen wollen.

„Irgendeiner hat mir das Haxl gestellt und ich bin am Boden gelegen.“ Er sei auf jemand anderen gestürzt, wisse aber nicht, wer das war. „Ich habe noch gesagt, dass es mir leidtut.“ Der aus dem Bezirk Waidhofen Gebürtige habe weiter getrunken. Er habe beim Umdrehen einen Schlag ins Gesicht bekommen, dann wisse er nichts mehr. Er habe sich draußen mit den Securitys wiedergefunden.

„Ich möchte nicht in das Gefängnis, ganz ehrlich“

1,2 Promille wies man im Krankenhaus nach. „Ich möchte nicht ins Gefängnis, ganz ehrlich.“ Die eingeräumte „Teilschuld“ verwunderte sowohl Staatsanwaltschaft als auch den Bezirksrichter, noch dazu, weil der Angeklagte die Zahlung von Schmerzensgeld zusagte, wenn auch nicht in der verlangten Höhe. „Ich weiß, dass ich das nicht gemacht habe“, lautete seine Erklärung dafür. „Wenn ich’s wirklich gemacht hätte, kann ich’s mir vorstellen.“

Die drei Verletzten schildern den Vorfall anders. Der Beschuldigte habe eine 23-Jährige gegen ihren Oberkörper gestoßen. „Ich bin zurückgefallen und das Glas in meiner rechten Hand ist zersprungen“, habe sie bis heute ein Taubheitsgefühl seit dieser Verletzung. Ihr Freund sei daraufhin aufgestanden, er habe daraufhin eine Faust ins Gesicht bekommen. Dem 31-Jährigen ist ein Schneidezahn abgebrochen.

 Beschuldigter wehrte sich

 „Er wollte dann noch mal auf mich losgehen.“ Ein Freund des Paares, griff beherzt ein. „Er soll das unterlassen“, habe der 29-Jährigen zu dem aggressiven Mann gesagt. „Ich habe dann gesehen, dass ein Glas auf mich geworfen wird.“

Er habe seinen Arm vors Gesicht gehalten, um es abzuwehren, und habe Schnittwunden davongetragen. Die herbeigerufenen Securitys haben ihn nach draußen gebracht. „Er hat sich massiv gewehrt.“ Der Zustand des 23-Jährigen sei von Alkohol beeinträchtigt gewesen.

Die Bewährungshelferin legte ihren Bericht vor: „Die Lebenssituation war damals eine andere, sie hat sich gebessert“, habe der Beschuldigte heute einen festen Wohnsitz. „Ich kenne ihn nicht impulsiv oder aggressiv.“ Alkohol sei dagegen schon ein Thema.“ Zwei weitere Zeugen haben sich vor der Verhandlung entschuldigt, ein weiterer erschien nicht. Die Verhandlung wird im Oktober fortgesetzt.