Architekt Gruber: „Ich wollte mich einbringen“. Nach Diskussion um Hotel in Drosendorf erklärt Architekt Gruber Beweggründe für Planung.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 18. September 2019 (04:35)
Martin Kalchhauser
Architekt Karl Gruber.

In der Diskussion rund um den möglichen Bau eines Hotels am Areal der beiden Bäder in Drosendorf meldet sich nun Architekt Karl Gruber zu Wort. Er erzählte der NÖN über die Hintergründe, die ihn zur Planung des Hotels angeregt haben. Zuletzt hat die Debatte zwischen der Bürgermeisterpartei ÖVP und der Opposition „Frische Liste“ für politischen Unmut gesorgt (die NÖN berichtete).

Unter anderem fragt nun die „Frische Liste“ in einem Leserbrief, warum „Bürgermeister Spiegl und Architekt Karl Gruber bei einer Begehung beider Bäder und des ehemaligen Campingplatzes mit zwei fremden Männern beobachtet worden sind, wenn bereits im Mai klar gewesen ist, dass eine Umsetzung nicht eins zu eins möglich sein werde“.

Gruber erklärt, er habe mit dem Plan eines Hotels im Strandbad, in dem er schon als Kind viel Zeit verbracht habe, einen in der NÖN im Vorjahr erfolgten Aufruf von Bürgermeister Josef Spiegl, sich mit Ideen für Drosendorf einzubringen, aufgegriffen. „Bei einer ersten Besprechung dazu waren auch die Gemeinderäte der Frischen Liste dabei“, erzählt Gruber.

„Nutzungsdauer des Areals ausdehnen“

Er habe den Vorschlag gemacht, mit dem Projekt Strand- und Terrassenbad zusammenzuführen und mit einem Restaurant und einem Spa-Bereich ergänzen zu wollen. „Derzeit werden die Bäder zwei bis drei Monate im Jahr genutzt. Mit diesem Projekt könnten wir die Nutzungsdauer wesentlich ausdehnen“, erklärt er.

Martin Kalchhauser
Bürgermeister Josef Spiegl.

Alle seien damit einverstanden gewesen, dass er die Planung eines solchen Projektes übernehme. Er wolle keineswegs ein „unrealistisches Luftschloss“ errichten, sondern habe ein Hotel, dessen Umsetzung er für realistisch hält, geplant. Dann habe er die Pläne präsentiert. Und, so Gruber: „Sie haben einstimmig Gefallen gefunden.“ Es sei klar, dass bei einem solchen Projekt nicht die Erstplanung (Gruber hat 64 Zimmer geplant) in Stein gemeißelt sei. „Natürlich stellt sich da die Frage: Wer soll das Projekt bauen? Und vor allem: Wer soll es bezahlen?“

Er – und nicht die Gemeinde – habe daher eine Firma beauftragt, das Projekt zu analysieren, um es möglicherweise einer Hotel-Kette anzubieten. Dann habe es einen Info-Termin mit zwei Vertretern dieser Firma – und nicht wie von vielen angenommen mit Investoren – gegeben. Die Analyse habe ergeben, dass zwar das Grundstück und die Lage optimal wären, nicht aber die Verkehrserschließung, die Infrastruktur und die übrige Gastronomie in Drosendorf. „Daher glaubten die beiden nicht, dass das Projekt für eine Hotel-Kette interessant ist.“

Dennoch sieht Gruber Potenzial für ein Hotel an diesem Standort. „Am Campingplatz, den es früher hier gegeben hat, haben 400 Leute gewohnt. Das sind viel mehr, als man in einem Hotel mit 64 Zimmern unterbringt“, sagt er. Er appelliert an die Politik, weniger über das geplante Projekt zu streiten, als vielmehr zu hinterfragen, was man gegen jene Kritikpunkte tun könne, die gegen ein Hotel in Drosendorf sprechen.

„Innovation wäre für kleinen Ort wichtig“

Archiv
Gemeinderätin Cordula Bösze.

Die „Frische Liste“ wolle sich dem Projekt nicht verschließen, teilen Leopold Meierhofer, Cordula Bösze und Roman Deyssig der NÖN mit. „Innovation wäre wichtig für den kleinen Ort, wir verschließen uns keineswegs vor neuen Ideen – gerade zu den Themen Tourismus und öffentlicher Verkehr gibt es viele Ideen und Vorschläge zu smarten Lösungen“, heißt es.

Von der Arbeit an einem „touristischen Gesamtkonzept“, wie von Spiegl in der NÖN behauptet, sei in den letzten Jahren nichts zu bemerken. Der will sich zur Causa gar nicht mehr groß äußern, außer: „Tut man nichts, wird man kritisiert. Tut man etwas, auch. Ein Projekt dieser Größenordnung ist für die Gemeinde finanziell nicht zu stemmen. Aber es ist gut, wenn sich die Leute Gedanken über unsere Stadt machen.“

Umfrage beendet

  • Hotelprojekt in Drosendorf?