Geraser Bürgermeister Glück: „Harter Weg vor uns“. Der Geraser Bürgermeister Johann Glück über das Anmeldungen-Sammeln für das Glasfaser-Projekt und die mit diesem Projekt verbundene Chance, Abwanderung zu stoppen.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 06. März 2021 (03:29)
Bürgermeister Johann Glück sieht im Glasfaser-Projekt einen wichtigen Schritt, Abwanderung aus der Region zu stoppen.
MK

NÖN: Im Lockdown während Corona war es klar zu sehen: Gute Internetverbindungen werden wegen Homeschooling, Homeoffice und Co. immer wichtiger: Wie steht es um das Projekt Glasfaser in der Stadtgemeinde Geras?

Johann Glück: Das Projekt ist für unsere Gemeinde natürlich ganz besonders wichtig, in manchen Katastralgemeinden ist die Versorgung mit Internet und Telefon bisher nicht flächendeckend gegeben. Außerdem werden durch das Nützen von Homeoffice, Homeschooling usw. diese Verbindungen immer wichtiger für unsere Einwohner.

Geras war in den vergangenen Jahren stark von Abwanderung betroffen. Im Vorjahr gab es aber nur noch ein ganz kleines Minus. Welche Bedeutung hat der Glasfaserausbau hinsichtlich Abwanderung aus der Region?

Glück: Eine sehr große! Um die Abwanderung zu stoppen, ist der Glasfaserausbau von besonderer Bedeutung. Wenn man auch von zu Hause aus arbeiten kann, dann kann die Abwanderung in die Ballungsräume eingedämmt werden.

Wie schaut es aktuell mit Anmeldungen aus? Ist das Erreichen der 40 Prozent realistisch?

Glück: Aktuell stehen wir bei ca. 30 Prozent. Das Erreichen der 40 Prozent ist durch die Anstrengungen unserer Breitbandbotschafter realistisch, aber vor uns liegt noch ein anstrengender Weg. Ich ersuche deshalb all jene, die bisher noch nicht überzeugt sind, die einmalige Chance zu nützen um ihre Liegenschaft aufzuwerten und das Anmeldeformular abzugeben.

Wie schwierig ist es angesichts der Coronakrise, die Leute über Glasfaser zu informieren?

Glück: Äußerst schwierig – normalerweise hätten wir Bürgerinfos und Ortsversammlungen abgehalten, um die Bewohner bestmöglich zu informieren und zu überzeugen. Da das momentan leider nicht möglich ist, erfolgt die Kommunikation über persönliche Gespräche und Telefonate sowie durch Informationsbroschüren und Bürgermeisterbriefe. Weiters stehen die Mitarbeiter des Gemeindeamtes für Auskünfte jederzeit zur Verfügung. Außerdem sind unsere Mandatare fleißig als Breitbandbotschafter unterwegs und sind von der Wichtigkeit dieser notwendigen und wichtigen Einrichtung überzeugt.

Wie geht es der Stadtgemeinde Geras abseits von Glasfaser in der Coronakrise? Welche Projekte stehen noch an?

Glück: Aufgrund der finanziellen Lage sind keine größeren Projekte für 2021 vorgesehen. Wir werden Projekte in den Katastralgemeinden, die wir bereits begonnen haben, fertigstellen. Durchgeführt wird zudem die Gestaltung des Platzes vor der Volksschule samt Nebenanlagen in Geras.

Jede Krise birgt auch Chancen, weckt oft auch positive Potenziale. Was kann man für Ihre Gemeinde Positives aus der Krise mitnehmen?

Glück: Der Zusammenhalt in der Bevölkerung wurde noch weiter gestärkt. Generell war die Bereitschaft zur Mitarbeit bei diversen Projekten – etwa als Breitbandbotschafter oder als Helfer bei der Teststraße oder bei der Betreuung und Hilfestellung im Zuge der Coronakrise – sehr groß. Was auch positiv ist: Wir haben es geschafft, durch den Verkauf leerstehender Objekte einen verstärkten Zuzug von Personen in unsere Gemeinde zu erreichen.

Für viele war in den vergangenen Monaten die Natur wichtig, um auf andere Gedanken zu kommen. Wann startet der Naturpark Geras in die Saison?

Glück: Der Naturpark Geras ist derzeit für Wanderungen geöffnet. Wir hoffen, dass der Naturpark mit Saisoneröffnung – sie ist für den Palmsonntag am 28. März geplant – wieder öffentlich zugänglich gemacht werden darf.

Viele Menschen sehnen sich nach „Normalität“. Wann denken Sie, werden wir zu dieser Normalität zurückkehren?

Glück: Grundvoraussetzung für eine „Normalität“ ist meiner Meinung nach eine flächendeckende Durchimpfung der Bevölkerung sowie die schrittweise Öffnung der Gastronomie, Hotellerie sowie von Sport und Kultur.