Weltspartag im Bezirk Horn: „Popularität ist fallend“. Tradition verliert immer mehr an Bedeutung. Dennoch laden Banken im Bezirk Sparer Ende Oktober in die Filialen ein – obwohl Online-Sparen immer mehr Relevanz erhält.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 21. Oktober 2020 (04:21)
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Der Weltspartag steht vor der Tür. Endlich dürfen die über das ganze Jahr mühsam angefütterten Sparschweine wieder entleert werden. Eigentlich kann man mittlerweile aber kaum mehr vom Weltspar-“Tag“ an sich sprechen. Seit geraumer Zeit wird die Aktion zur „Weltsparwoche“ ausgeweitet.

Die Verteilung erleichtert den Banken besonders jetzt zu Coronazeiten den Ablauf, denn so sollen Abstände besser eingehalten werden können. Die regionalen Bankenchefs rechnen jedoch ohnehin nicht mit dem größten Ansturm.

Zinsen haben kaum noch Relevanz. „Die Popularität des Tages ist sicher fallend“, meint der Geschäftsführer der Raiffeisenbank Eggenburg, Gerhard Kabesch. Gerade das Online-Sparen sei in den letzten Jahren immer beliebter geworden und habe dadurch den Bankbesuch bei vielen obsolet gemacht. „Den meisten Kunden ist mittlerweile egal, ob sie das Geld auf dem Sparbuch oder dem Girokonto haben, weil man heutzutage kaum mehr von Zinsen sprechen kann“, erklärt der Raiba-Geschäftsführer. Weiterhin erhalten geblieben sind vor allem die Kinder und Jugendlichen, die sich die Aussicht auf Geschenke nicht entgehen lassen wollen. Auch für die Banken selbst hat der Tag nach wie vor einen enormen Stellenwert. „Für uns ist es die größte Kundenveranstaltung des Jahres und die beste Chance, das Kundeninteresse zu wecken“, betont Kabesch.

Der 31. fällt heuer aus. Die „Weltsparwoche“ wird heuer bei den meisten Banken vom 28. bis 30. Oktober stattfinden, da der 31. auf einen Samstag fällt. Mancherorts, wie zum Beispiel in Wien, wird sogar auf zwei Wochen verlängert. Gerhard Kabesch glaubt nicht, dass so etwas im Bezirk sinnvoll ist: „Wir versuchen natürlich, Schlangen zu vermeiden und Abstände zu wahren, aber mehr als drei Tage werden nicht notwendig sein.“ Einzig die Öffnungszeiten werden verlängert und die Kunden angehalten, nicht nur am Nachmittag in die Bank zu kommen.

Bei den Geschenken soll nicht gespart werden. Die Sparkasse Horn wird wieder den fast schon zur Tradition gewordenen Striezel in S-Form verteilen. Für die Kinder gibt es unter anderem altbewährte Schulutensilien, Malbücher und Stofftiere dürfen auch nicht fehlen. Die Raiffeisenbank will laut dem Geschäftsführer noch ein gutes Stück mehr in hochwertigere Geschenke investieren.

Papier oder digital? Während der Weltspartag selbst von manchen mittlerweile als „Auslaufmodell“ bezeichnet wird, ist das Sparen an sich populärer denn je. Auch das physische Sparbuch hält sich weiterhin hartnäckig, und dass obwohl sich manche Banken vielleicht so langsam den Schritt zur Digitalisierung wünschen. „Viele benutzen noch die Sparbücher in Papierform, doch der Umstieg auf ein digitales Sparbuch wäre nicht nur für uns leichter zu handhaben“, meint der Vorstandsdirektor der Sparkasse Horn, Helmut Scheidl. Den größten Vorteil sieht er darin, dass man damit jederzeit selbst auf das Sparbuch einzahlen kann, ohne auf einen Bankbesuch angewiesen zu sein. Natürlich würden auch die Papier- und Druckkosten hineinspielen, die laut Scheidl bei großen Mengen nicht unerheblich sind.

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