FPÖ zeigt Bedenken bei geplanter Denkwerkstatt. „GLOBART Academy“ kommt ins Essl Museum. Stadtrat Josef Pitschko: „Das ist Kultur auf Kosten der Steuerzahler.“

Von Claudia Wagner. Erstellt am 19. Juli 2019 (03:56)
NOEN, Untergang? Stefan Olah
Das Essl Museum wird im Oktober Schauplatz der „GLOBART Academy“. Von 3. bis 19. Oktober lockt die Denkwerkstatt zu Symposien und Workshops mit internationalen Persönlichkeiten. Die Aufenthaltskosten der Vortragenden werden von der Stadtgemeinde subventioniert – Kritik hagelt es von der FPÖ.

Die Denkwerkstatt „GLOBART Academy“ haucht dem Essl Museum im Oktober neues Leben ein. Die 16-tägigen Workshops und Symposien holen internationale Wissenschaftler, Künstler und Unternehmer nach Klosterneuburg. Ideen zum Thema „LEBEN“ werden beim Premieren-Event gesucht, bei den Folge-Veranstaltungen in den nächsten Jahren stehen „MACHT“ (2020) und „SINN“ (2021) am Programm.

„Das ist eine sehr renommierte Veranstaltung, die bisher in Krems stattgefunden hat, und jetzt kommen sie nach Klosterneuburg. Wir profitieren davon“, freute sich Neo-Kulturstadträtin Verena Pöschl bei der Gemeinderatssitzung Ende Juni. Damit die Veranstaltung im Essl Museum stattfinden kann, greift die Gemeinde in die Geldtasche: Mit 6.500 Euro fördert die Stadt die „Academy“, vom Gemeinderat hat die Subvention grünes Licht.

„Mit der Unterstützung der Stadtgemeinde werden die Aufenthaltskosten der Vortragenden und Künstler finanziert.“ Heidemarie Dobner, Kassierin „GLOBART“

Die FPÖ stimmt dagegen. „Das ist Kultur auf Kosten der Steuerzahler“, argumentiert Stadtrat Josef Pitschko. Der FP-Politiker rechnet vor: „Zu den 120.000 Euro vom Land Niederösterreich, den 10.000 Euro vom Bundeskanzleramt und den 12.000 Euro von verschiedenen Ministerien zahlt Klosterneuburg 6.500 Euro, also fast 150.000 Euro Subventionen.“ Dem gegenüber stehet der Gewinn – für Pitschko ebenfalls ein Dorn im Auge: „Die erwarteten Einnahmen von 47.300 Euro aus dem Verkauf von Tickets nehmen sich eher mickrig aus.“

Mit rund 260.000 Euro beziffert „GLOBART“ im Förderantrag an die Gemeinde die Eigenmittel. „Die Subventionen der öffentlichen Hand betragen ein Drittel der Gesamtkosten“, entgegnet Heidemarie Dobner, Kassierin von „GLOBART“, der FP-Kritik, „viele Vortragende und Mitwirkende engagieren sich ehrenamtlich.“ Mit der Unterstützung der Stadtgemeinde – den 6.500 Euro – werden die Aufenthaltskosten der Künstler finanziert.

Die Förderung der Stadt ist für das erste Event der Triade fix, andere Unterstützer haben für alle Festivals zugesagt. Dobner: „Es gibt einen Drei-Jahresvertrag mit dem Amt der NÖ Landesregierung, Förderzusagen von Ministerien, der Kunstuniversität Hamburg sowie privaten Sponsoren, ohne die wir dieses Vorhaben nicht verwirklichen könnten.“