Ingrid Pollauf: „Das Beste daraus machen“. Die NÖN sprach mit Ortsvorsteherin Ingrid Pollauf über die geplante Einspurregelung beim Mauerbacherhof und die damit verbundenen Bauarbeiten.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 22. Mai 2019 (03:27)
Heindl
Ortsvorsteherin Ingrid Pollauf über die Totalsperre beim Mauerbacherhof.

Die Einen jubeln, die Anderen halten sich mit ihrer Kritik – zumindest in den sozialen Medien – nicht zurück. Der geplante Umbau der Enge beim Mauerbacherhof sorgt weiter für viel Gesprächsstoff in Kritzendorf.

Vor allem seitdem bekannt wurde, dass die Engstelle im Zuge der Ausbauarbeiten der Fernwärmeleitung und der anschließenden Neugestaltung für etwa acht Wochen komplett gesperrt werden muss. Die Totalsperre soll vom 8. Juli bis 30. August – auch am Wochenende und in der Nacht – bestehen.

Die NÖN sprach nun mit Ortsvorsteherin Ingrid Pollauf über die Neugestaltung der Enge beim Mauerbacherhof.

Was halten Sie von den Umbauplänen für die Enge im Allgemeinen?
Ingrid Pollauf: Ich bin ein absoluter Befürworter dieser Maßnahmen beim Mauerbacherhof. Bis jetzt ist noch keinem Menschen in dieser gefährlichen Enge etwas passiert und ich möchte nicht darauf warten.

Welche Vorteile sehen Sie in einer Änderung der Situation beim Mauerbacherhof?
Es kommt eine Einspurregelung mit einem ordentlichen Gehsteig, auch auf der Seite vom Mauerbacherhof. Damit können dort die Anrainer gefahrlos aus ihren Häusern heraus und auf den Gehsteig treten. Endlich kann man wieder zu Fuß durch unseren ganzen Ort spazieren. Die Mütter brauchen ihre Kinder nicht mehr direkt mit dem Auto zur Volksschule bringen – nicht nur Schülerbusse fahren, auch zu Fuß zur Schule ist jetzt wieder eine Option.

Können Sie die Kritik verstehen, die jetzt – vor allem auf Facebook – laut wird?
Einige sind mit Kritik schnell dabei, aber ich habe keinen einzigen Lösungsvorschlag gelesen, den man wirklich umsetzen könnte.

Einige sind mit Kritik schnell dabei, aber ich habe keinen einzigen Lösungsvorschlag gelesen, den man wirklich umsetzen könnte

Acht Wochen lang ist die Engstelle total gesperrt. Wie sieht dann die geplante Umleitung aus?
Wir haben aufgrund unserer Topografie keine parallele Umleitungsmöglichkeit. Der Radweg hat nicht den Unterbau für den Pkw-Verkehr. Die Umleitung führt über Greifenstein/ Hadersfeld.

Und über die Flexleiten?
Die Flexleiten wird ab dem Heurigen Flexleitenhof nur für Anrainer befahrbar sein, da sonst absolutes Chaos herrscht. Dort gibt es keine Ausweichmöglichkeiten, da die Straße zu schmal ist. Es wird kontrolliert werden.

Wie wird die Buslinie während der Bauarbeiten geführt? 
Frau Sabine Zuklin war bei den Begehungen dabei und hat mit ihren Fachkenntnissen viel beigetragen. Die Busse werden im Halbstunden-Takt geführt bis zur Enge. Dann kann man durchgehen – für Fußgänger ist die Enge offen – und zum nächsten Bus gehen. Sie haben vielleicht schon Busse im Ort bemerkt, die Umkehrmöglichkeiten ausprobieren.

Glauben Sie, dass durch die Einspurregelung der Verkehr in Kritzendorf weniger wird?
Das glaube ich nicht, aber der Verkehr wird abgebremst und auch das ist schon wichtig.

Welche Maßnahmen werden noch gesetzt, um die Bauzeit so problemlos wie möglich für die Kritzendorfer zu machen?
Wir haben eine Arbeitsgruppe, die aus Vizebürgermeister Roland Honeder, Ulrich Schmidt (für die Ärzteschaft), Thomas Konsel (Strombad), Manuel Hammer (Wirtschaft), Claudia Karlsburger (Weinbau) und mir (für alle Kritzendorfer) besteht. Diese Baustelle wird gemacht und wir versuchen, das Beste daraus zu machen. Wir sitzen zusammen und erarbeiten positive Dinge, wie: Wo können wir noch Parkplätze vor der Enge lukrieren? Wo kann man Radständer aufstellen? Wie können wir Gästen, die nicht so gut zu Fuß sind, helfen?

Diese Baustelle macht unseren Ort sicherer

Was wünschen Sie sich für die Zeit der Bauarbeiten beim Mauerbacherhof? 

Diese Baustelle macht unseren Ort sicherer. Zusammen werden wir die zwei Monate meistern, etwa 20 bis 25 Minuten Fahrzeiten dazurechnen, unsere Heurigen und Gastwirtschaften weiterhin besuchen – vielleicht auch mal zu Fuß –, mal mit den Öffis fahren und, wenn ich außerhalb mit dem Auto zum Einkaufen fahre, nehme ich die Einkaufsliste meiner Nachbarn mit. Wir haben schon mehr geschafft als diese Baustelle.