Furt ist durch Fahrverbot "in aller Munde". Die Weidlinger Furt ist seit einiger Zeit zusätzlich durch Poller für die Durchfahrt gesperrt.

Von Julia Koller. Erstellt am 10. April 2020 (03:01)
Seit geraumer Zeit versperren diese Poller die Durchfahrt durch die Furt zur Gänze. Für einen Teil der Anrainer ein Segen, für andere wohl nicht.
NOEN

Die Weidlinger Furt in der Feldergasse nahe der ehemaligen Feuerwehr sorgt schon seit einigen Jahren für Gesprächsstoff. Daran hat die kürzliche „Verpollerung“ auch nichts geändert. Für manche ist es Freud, für andere Leid, dass die Furt, die bereits seit Jahren von einem Durchfahrtsverbot betroffen war, nun mit Pollern versehen wurde. Damit ist eine Durchfahrt mit dem Auto nun endgültig unmöglich geworden.

Anrainer wie Adolf Heinrich kämpften bereits seit Jahren für eine Totalsperre der Furt, da die Verbotsschilder wohl doch regelmäßig missachtet wurden, wie auch der Vereinsobmann des Vereins „Lebenswertes Weidlingtal“, Alfred Harl, bestätigt. „Verweisen möchten wir auf das bestehende Fahrverbot, das von einigen Mitmenschen nicht beachtet wurde. Dies führte in der Folge immer wieder zu Missstimmungen und schließlich zu den entsprechenden Maßnahmen seitens der Behörde“, so Harl über die „Verpollerung“.

„Vereinsmitglieder wurden nicht befragt“

Für den ehemaligen Vizebürgermeister Helmut Zuschmann, der bis vor Kurzem selbst Mitglied im Verein „Lebenswertes Weidlingtal“ war, gab der Einsatz mancher Vereinsmitglieder für die „Verpollerung“ nun den ausschlaggebenden Grund, den Verein zu verlassen. „Der Einfluss einer bestimmten Richtung der Parteipolitik im Vorstand des Vereines ,Lebenswertes Weidlingtal‘ – die Mitglieder wurden nicht befragt – auf die Entwicklung, die zur ,Sperre der Feldergasse‘ geführt hat, ist für mich der Grund, aus dem Verein, dem ich jahrzehntelang angehört habe, auszutreten“, erklärt Zuschmann.

Für den Ex-Vizebürgermeister steht dabei auch der Urheber der „Verpollerung“ fest: „Ich kenne den Urheber der Bestrebungen, die Furt sperren zu lassen, denen sich leider andere angeschlossen haben. Herr Heinrich hat jahrelang den ,Zwergerlgarten‘ in der Feldergasse ohne Genehmigung betrieben“, so Zuschmann. Er habe die Stadtgemeinde nach der Verhängung des Fahrverbots darauf hingewiesen, die dann laut Zuschmann erst nach seiner Zustimmung die Erlaubnis für die Benützung von öffentlichem Grund erteilt hat. „Hätte Herr Heinrich so viel Toleranz aufgebracht wie ich, wäre es nicht zur ,Verpollerung‘ einer Gemeindestraße gekommen“, meint
Zuschmann weiter.

„Feldergasse war und ist Naherholungsgebiet“

Für Adolf Heinrich stellt die Furt und die Umgebung ein Paradies für Familien dar und sei demnach zu schützen. Laut Heinrich gab es immer wieder sogenannte „Verkehrsrowdys“, die sich einfach nicht an das seit 2014 bestehende Durchfahrverbot halten wollten.

Heinrich sah die einzige Lösung nur mehr in Pollern oder einer Schranke, wie er es bereits vor einigen Jahren gegenüber der NÖN meinte. Sein Dank gilt nun der Stadtgemeinde: „Vor Kurzem war es dann soweit, unser Dank gilt der Stadtgemeinde und deren Organen“, so Heinrich über die eingesetzten Poller in der Weidlinger Furt.
Für den „Lebenswertes Weidlingtal“-Vereinsobmann Harl ist klar, dass man nie alle glücklich machen kann und gerade in Bezug auf die Furt und deren Wasserqualität es immer verschiedene Sichtweisen geben wird: „Die Kunst, allen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann“, so Harl.

„Für ein lebenswertes Weidlingtal“

Laut Harl gab es die Bemühungen zur Sperrung der Furt bereits vor seiner Obmannschaft und Zuschmanns Bedenken sowie Einwände erst nachdem die Poller errichtet wurden. Auch zum Thema Wasserqualität des Weidlingbachs stehen, so Harl, noch die Abschlussbetrachtungen der Bezirkshauptmannschaft Tulln aus. Harl setzte sich vergangenes Jahr für die Überprüfung des Wassers im Weidlingbach ein. Dabei wurden mehrere Wasserproben genommen und untersucht. Dies war laut Harl auch Thema bei der im Herbst 2019 stattgefundenen Mitglieder-Generalversammlung und wurde von allen anwesenden Vereinsmitglieder diskutiert.

„Der Verein ,Lebenswertes Weidlingtal’ steht allen Weidlingtalern offen, und wir freuen uns, wenn wir möglichst viele Mitglieder glücklich machen können. Wir bemühen uns, möglichst im Sinne aller Vereinsmitglieder zu agieren, und werden das auch in Zukunft gerne tun – für ein lebenswertes Weidlingtal“, so Harl.