Streit über Hunde im Ort Unterzögersdorf eskaliert. Lärm, Gestank, entlaufene Hunde: Bewohner in Unterzögersdorf (Gemeinde Stockerau) üben Kritik am Tierschutzbund Austria.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 04. September 2019 (06:20)
Symbolfoto/Shutterstock/Jne Valokuvaus
„Unsere Hunde werden durch Geräusche zumBellen provoziert“, ärgert sich VereinsmitbegründerinTanija Alberndorfer.Shutterstock/Jne Valokuvaus

„Hier muss eine Lösung gefunden werden“, will VP-Bürgermeisterin Andrea Völkl rasch handeln. Denn in der Katastralgemeinde Unterzögersdorf spitzt sich eine Streitsituation zu: Seit 2016 ist der Tierschutzbund Austria in dem Ort ansässig. Rund zehn ehemalige Straßenhunde leben derzeit auf dem Areal und sollen von Vereinsmitbegründerin Tanija Alberndorfer, wie schon andere Hunde, an einen guten Platz vermittelt werden.

„Ihr sind schon mehrmals Hunde durch Lücken im Zaun entkommen“

„Wir haben nichts gegen die Hunde“, wendet sich nun Nachbarn an die NÖN. Dennoch seien sie nicht bereit, die Umstände weiter hinzunehmen: Seit Juni gab es mehrere Anzeigen gegen Alberndorfer wegen Lärm- und Geruchsbelästigung.

Außerdem fürchten sich die Nachbarn vor freilaufenden Hunden: „Frau Alberndorfer sind schon mehrmals Hunde durch Lücken im Zaun entkommen, derzeit ist wieder einer im Ort unterwegs. Das Tier soll traumatisiert sein, keiner weiß, wie es reagieren könnte“, macht sich ein Bewohner vor allem Sorgen um die Kinder im Ort.

Auch auf Facebook gab es viel Kritik daran, dass die Hündin entkommen ist und bisher noch nicht gefangen werden konnte. Mehrmals habe man das Gespräch mit Alberndorfer gesucht, habe aber Beschimpfungen hinnehmen müssen. Nach mehreren Polizeirufen hat man nun auch die Gemeinde und die Behörde informiert.

„Nur zwei Nachbarn sind gegen mich, mit allen anderen habe ich kein Problem“ Tanija Alberndorfer

„Warum machen diese Menschen das?“, kann Alberndorfer gegenüber der NÖN die Vorwürfe nicht nachvollziehen. „Nur zwei Nachbarn sind gegen mich, mit allen anderen habe ich kein Problem“, betont sie. Sie sei seit Tagen bemüht, die entlaufene Hündin einzufangen: „Sie hat bei unserem Flohmarkt Angst vor den vielen Besuchern bekommen und ist durchs Eingangstor davongelaufen. Das hätte jedem passieren können.“ Von der Hündin gehe keine Gefahr aus. „Das ist aber eine absolute Ausnahme. Es stimmt nicht, dass ständig Hunde auskommen.“

„Ich lasse mich nicht vertreiben!“, macht Alberndorfer klar, denn sie hat ein großes Ziel: Straßenhunden zu einem neuen Leben zu verhelfen. „Ich wohne hier und bin den ganzen Tag bei den Tieren. Sie bellen nur aus Freude, wenn Besucher kommen.“ Die Tiere würden jedoch von ihren Gegnern mit Pfiffen und Geräuschen provoziert. „Dafür habe ich Zeugen!“ Die Anlage werde jeden Tag mehrmals gereinigt, von einer Geruchsbelästigung könne also keine Rede sein. Stattdessen erhebt sie selbst schwere Vorwürfe gegen einen Bewohner: „Er hat einen Giftköder über den Zaun geworfen und einen meiner Hunde vergiftet“, spricht sie von klaren Beweisen. Sie hat den Fall an einen Anwalt übergeben.

Der angesprochene Bewohner wehrt sich gegen die Anschuldigung: „Ich werde dagegen rechtliche Schritte ergreifen. Was hätte ich davon, einen Hund zu vergiften? Was können die Tiere dafür?“, fragt er. Für Stadtchefin Völkl sind indes die weiteren Schritte klar: „Wir werden uns zunächst mit der Behörde abstimmen, danach werden wir das Gespräch suchen“, will sie sich selbst ein Bild machen.