Ärztevertreterin-Interview: „Bestellt wurde vor Corona“. Ärztevertreterin Hasenhündl erwartet sich Plan von Regierung.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 23. September 2020 (14:04)
Martina Hasenhündl,Bezirksärzte-vertreterin, will klare Vorgaben, wer geimpft wird.
privat

NÖN: Warum kann es zu wenig Impfstoff geben?

Hasenhündl: Die Österreicher sind an einem möglichen Engpass selber schuld. Wenn immer nur acht Prozent impfen gehen, wird von den Pharmaunternehmen auch nicht ohne Grenzen produziert.

Wie viel wurde bestellt?

Hasenhündl: Rund 800.000 Dosen sind für Österreich vorgesehen. Die Produktion dauert rund neun Monate, bestellt wurde zu Jahresbeginn, noch vor Corona.

Bei einem Mangel – wer soll eine Impfung erhalten?

Hasenhündl: Ich erwarte mir von der Regierung, dass rasch ein Plan wie bei einer Triage aufgestellt wird. Das sollte in Kaskaden sein: zuerst Risikogruppen, dann Kinder, medizinisches Personal, Lehrer, Systemerhalter und weiter absteigend.

Wenn so ein Plan nicht kommt?

Hasenhündl: Dann gilt: „Wer zuerst kommt …“ Manche Hausärzte nehmen auch Voranmeldungen entgegen.

Hat sich das Verständnis der Pa tienten geändert?

Hasenhündl: Jahrelang musste ich zum Impfen motivieren, jetzt, angesichts von Corona, fragen die Patienten von selbst.

Was erwarten Sie sich von den Behörden?

Hasenhündl: Testen, testen, testen – das System muss schneller funktionieren!