Das Trockeneis fährt mit zur Frequency-Party. Die NÖN hat Besucher aus dem Bezirk Korneuburg befragt, wie sie sich vorbereiten und wie sie das Festival erlebt haben.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 21. August 2019 (05:33)
privat
Beim Frequency entspannt zum Gruppenfoto: Christian Breiteneder, Stefan Wiedermann, Stefan Dobritzhofer, Raphaela Lebeth, Melanie Ullrich und Kerstin Böck, dahinter Saskia Lebeth, Julian Dobritzhofer, Markus Goedl, Ines Rieder, Sebastian Kronberger, Florian Hochschopf, Paul Friedrich und Markus Weiss. Foto: privat

In den 50 Jahren seit Woodstock, als Festivalbesucher ohne Ausrüstung und wenig Getränken unterwegs waren, hat sich viel getan. Die NÖN hat sich bei Frequency-Besuchern aus dem Bezirk umgehört, was man heutzutage für ein mehrtägiges Musikfestival mitnimmt und warum man dabei sein will.

„Ich will die Bands live sehen“, erklärte Tanja aus Stockerau vor ihrem Aufbruch nach St. Pölten. Sie erwartete sich gute Stimmung und gute Stimmen auf der Bühne. Ihr Zelt hat sie zur Sicherheit vorher im Garten aufgebaut, nichts wird dem Zufall überlassen. Dies gilt auch für den Rest der Ausrüstung: Von Gummistiefeln bis zum Bikini findet sich alles im Gepäck. Zusammen mit Essen und Getränken waren es runde 80 Kilo, die sie mit Freunden auf den Campingplatz zog.

„Frequency ist wie ein Urlaub. Man braucht aber einige Tage, bis man wieder fit ist.“Felix Kaubek, Korneuburg

Festival-Routine hat Felix Kaubek aus Korneuburg: „Ich bin öfters dabei.“ Heuer waren es drei Freunde, mit denen er das Treiben genießen wollte. Die Vorbereitung fiel recht einfach aus: „Viel Wasser mitnehmen ist wichtig, denn das geht gegen Ende aus.“ Proviant wird nicht mitgeschleppt: „Es gibt genug Geschäfte rundum“, so Kaubek. Sorgfältig ist er, was das Wetter betrifft: „Das checke ich vorher genau.“

Als „drei Tage Urlaub für die Seele“ bezeichnet die Korneuburgerin Raphaela Lebeth ihren bereits zweiten Frequency-Besuch. Festivalerprobt ist sie als regelmäßige Besucherin des Nova Rock. Ursprünglich wollte sie wegen der Musik zu den Festivals, mittlerweile hat sich die Wertigkeit verschoben. „Man sitzt und spricht viel miteinander, weil man die Zeit dazu hat“, so Lebeth.

Die Gruppe, mit der sie gemeinsam unterwegs war, ist auch groß genug. Entsprechend umfangreich ist auch die Ausrüstung: Ein Partyzelt gehört ebenso dazu wie Trockeneis zum Kühlen der Getränke. Die Tage wollten Lebeth und ihre Freunde einfach gestalten: „Wir spielen auf unserem Platz auch Spiele und gehen vor zur Bühne, wenn eine Band spielt, die wir hören wollen.“

Frühaufsteher und Zutrittskontrollen nervten

„Es hat alles gepasst, wir hatten viel Spaß“, beschreibt Lebeth nach ihrer Rückkehr die Tage in St. Pölten, „Es war einfach ein guter Mix aus Freunden und Musik.“ Sie ist auch voll des Lobes für die Organisation. Sowohl die Parksituation als auch der Campingplatz mit WC-Container und Duschen seien okay gewesen. Beim Einkauf im nahen Supermarkt war allerdings sehr viel los. Gekauft hat sie nicht nur Lebensmittel: „Wir haben schon die Karten für das nächste Jahr.“

Nicht problemlos war für Tanja und ihre Freunde der Zutritt zum Festgelände: Dreieinhalb Stunden mussten sie bei der Sicherheitskontrolle anstehen, bei der Glasbehälter aussortiert wurden. Für sie bedeutete das, sich von Tomatensuppe und Pesto zu verabschieden.

„Nervig waren auch die Frühaufsteher, die um sechs Uhr morgens zu ihrem eigenen Spaß Tagwache gerufen haben“, so Tanja. Die Musik aber, „die hat mir sehr gut gefallen“, erklärt sie. Originell fand sie das Beobachten anderer Besucher: „Die Routiniers haben ihre Sachen mit kleinen Leiterwagen transportiert, die Novizen haben sich mit Rucksäcken und Reisetaschen in beiden Händen abgeschleppt.“

„Alles wie geplant“, gibt ein noch nicht ganz fitter Felix Kaubek auf NÖN-Nachfrage zu Protokoll. Die Konzerte fand er sehr gut. Das Bad in der Traisen zum Zeitvertreib sei „angenehm kalt“ gewesen, um an den Vormittagen die Lebensgeister wieder zu wecken. Den Besuch des Frequency beschreibt Kaubek mit „Es ist wie Urlaub.“ Der Nachsatz allerdings: „Man braucht danach einige Tage, bis man wieder fit ist.“

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