Flüchtling (15) im Interview: Bildung als Chance. Aufnahmeprüfung in der HAK: Afghanischer Teenager nimmt „große Chance“ wahr, setzt sich gegen 50 Mitbewerber durch.

Von Theodora Höger. Update am 29. Januar 2017 (09:52)
privat
Der 15-jährige Mohammed (im Bild mit Direktor Johannes Berthold) hat einen Platz in der Übergangsklasse bekommen.

Vor etwas mehr als einem Jahr ist der 15-jährige Mohammed Moradi mit seiner Schwester und seiner Mutter nach Österreich gekommen. Seit genau einem Jahr lebt er organisiert untergebracht im Bildungshaus. Bildung ist dem jungen Mann auch sehr wichtig: Im Herbst setzte er sich gegen 50 andere Bewerber durch und erhielt so einen Platz in der Übergangsklasse der HAK Mistelbach. Mit der NÖN sprach er über sein neues Leben.

NÖN: 50 Bewerber gab es für die Übergangsklasse, 18 Schüler wurden aufgenommen. War die Prüfung schwierig?

Moradi: Wir hatten gleich drei Prüfungen: Mathematik, Englisch und Deutsch. Am schwierigsten war für mich Mathematik. Aber letztlich habe ich es doch geschafft.

Was ist der größte Unterschied zur Schule in Ihrem Heimatland?

Dass in meiner Klasse auch Mädchen in der Schule sind und dass wir auch etwas über Computer lernen. Wo ich herkomme, ist leider beides nicht üblich.

Was ist jetzt Ihr Lieblingsfach in der Schule?

Mir ist vor allem Deutsch sehr wichtig: Wenn ich die Sprache gut kann, dann kann ich alles lernen, was ich möchte! Die Schule ist für mich eine riesengroße Chance, die ich unbedingt nutzen will.

Wie lebt es sich eigentlich in Großrußbach?

Die Leute dort sind wirklich sehr nett. Sie helfen mir und meiner Familie dabei, Deutsch zu lernen und unterstützen uns so gut sie können. Wir sind den Großrußbachern sehr dankbar.

Was sind Ihre Zukunftspläne?

Wenn ich die Übergangsklasse geschafft habe, möchte ich gerne in die HTL gehen – entweder in Mödling oder in Hollabrunn. Ich möchte mich gerne auf Elektronik oder Elektrotechnik spezialisieren. Meine Betreuer in Großrußbach sagen, ich hätte dafür Talent und deshalb möchte ich das probieren.