Großmugler Familie kämpft mit Musik gegen das Virus. Das diesjährige Frühjahrskonzert des Musikvereins Großmugl musste abgesagt werden, aber auf Musik wollte man in Ringendorf dennoch nicht verzichten.

Von Dieter Rathauscher. Erstellt am 06. Juni 2020 (06:07)

Das alljährliche Frühjahrskonzert des Musikvereins Großmugl ist Fixpunkt und einer der Höhepunkte im musikalischen Kalender der Region. Entsprechend groß ist die Enttäuschung bei den etwa 30 Musikern über die Absage aufgrund der Coronakrise.

Da es noch keine klaren Richtlinien für Orchester gibt, konnte auch der Probenbetrieb nicht wieder aufgenommen werden. Aber es gibt eine kleine Zelle von Musikern, bestehend aus Mitgliedern der Familie Schlaghuber, die den Bewohnern von Ringendorf jeden Tag um 18 Uhr ein paar Musikstücke zum Besten geben.

Startschuss am 15. März, danach jeden Tag musiziert

Johann Schlaghuber erzählt, wie es dazu kam: „Begonnen hat alles damit, dass alle Musiker in Österreich am 15. März um 18 Uhr mit ihren Instrumenten vom Fenster rausspielen sollten, mein Sohn Stefan und mein Bruder Markus haben damals mit mir gemeinsam einige Weisen gespielt. Danach haben wir täglich um 18 Uhr zwei bis drei Stücke gespielt, entweder am Fenster oder bei schönem Wetter im Garten.“

Manchmal musizierte er alleine, meistens allerdings mit seinen Söhnen und immer wieder auch mit seinen Brüdern und deren musizierenden Familienmitgliedern.

Johann und Markus Schlaghuber sind Nachbarn, und so war es möglich, über den Gartenzaun hinweg zu musizieren. „Die Auftritte im Garten waren so organisiert, dass ich mit meinen Kindern in meinem Garten, Bruder und Nachbar Markus mit seiner Familie in seinem Garten und unser Bruder Werner mit Sohn Sebastian und Neffe Alexander vor den Gärten musiziert haben“, ergänzt Schlaghuber. So konnte man den Sicherheitsabstand einhalten. Als positiver Nebenaspekt werden so die Kinder an das Spielen in einer größeren Formation herangeführt.

Begeisterung für Darbietungen und ein Wermutstropfen

Im Laufe der Zeit wurde da raus ein von der Ortsbevölkerung sehr geschätzter und beliebter Fixpunkt. Viele haben am offenen Fenster gelauscht, andere haben den Ohrenschmaus mit einem Spaziergang verbunden.

Angesichts dieser Begeisterung für die musikalischen Darbietungen der Familien Schlaghuber bedauert Leopold Mitterhauser, der Obmann des Musikvereins, den erzwungenen Stillstand umso mehr: „Wir haben alle geplanten Auftritte absagen müssen. Neben dem Frühjahrskonzert waren Auftritte bei kirchlichen Feiern geplant, wie auch bei Feuerwehrfesten. Wir haben zwar keine Ausgaben, aber die Einnahmen bei den Konzerten hätten wir gut gebrauchen können.“

Für die Proben, die bekanntlich derzeit ausgesetzt sind, steht dem Musikverein ansonsten der Pfarrsaal in Herzogbirbaum zur Verfügung. Aber ein eigener Proberaum wäre immens wichtig, und dafür ist nun auch endlich eine dauerhafte Lösung in Sicht: Sobald die Feuerwehr in ihr neues Haus umziehen kann, wird ihr altes Zuhause so adaptiert, dass es eigene fixe Probe- und Lagerräume für die Musiker geben wird.