Bezirk Korneuburg: Die Städte sind heiß umkämpft. Die Vorbereitungen für den Jänner-Wahlgang sind im Laufen, einige Parteien kämpfen mit Personalnot.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 18. September 2019 (05:56)

Stockerau hat bereits gewählt, nun bereiten sich die Parteien auf die regulären Gemeinderatswahlen am 26. Jänner vor. Gerasdorf und Korneuburg stehen im Zentrum des Begehrens.

„Wir hoffen auf Leitzersdorf und wollen, dass mit Sabine Hopf eine dritte Frau zur Bürgermeisterin im Bezirk wird“, erklärt ÖVP-Bezirksobmann Hermann Haller. Angesichts der letzten Wahlen mit sehr guten Ergebnissen für die ÖVP erwartet er sich auch im Jänner gute Erfolge. Schwierig könnte es für seine Partei, die in 16 der 20 Gemeinden im Bezirk den Bürgermeister stellt, dann werden, wenn lokale Sachthemen wie derzeit das Wohnbauprojekt in Enzersfeld/Königsbrunn gespielt werden.

„Die haben zwar nur ein kurzes Feuer, aber wenn eine Kleinigkeit aufflammt, führt das manchmal zu einer Überreaktion der Wähler“, erklärt Haller. Unterstützungserklärungen für Bürgerlisten nimmt er nicht für bare Münze, „gewählt wird dann doch meist anders“.

„In Gerasdorf ist unser Ziel die Absolute“

Martin Peterl, SPÖ-Bezirksparteiobmann, verspricht: „Wir werden diesmal wieder flächendeckend im Bezirk kandidieren.“ Nach einer Pause bei der letzten Gemeinderatswahl tritt die SPÖ diesmal auch wieder in Großmugl an. „Es schaut sehr gut aus, dass wir genug Kandidaten haben“, erklärt Peterl zur Personalsituation. Chancen auf einen weiteren Bürgermeistersessel rechnet er sich nicht aus. Nach dem Verlust von Stockerau stellt die SPÖ nur noch in drei Gemeinden den Bürgermeister. Stetten und Spillern sind laut Peterl gut abgesichert.

„In Gerasdorf ist unser Ziel die Absolute“, lautet die Kampfansage an die FPÖ. „In Korneuburg wollen wir an die Absolute der ÖVP nahe ran und sie vielleicht mit anderen Parteien brechen“, hofft Peterl. Als Hauptziel nennt er, die Zahl der Mandate von aktuell 106 auf rund 120 zu steigern. Besonders in jenen Gemeinden, in denen die Partei nur um wenige Stimmen an einem Mandat vorbeigeschrammt ist, will Peterl zulegen. Mit den Vorbereitungen auf die Gemeinderatswahl ist die SPÖ fast fertig. „Wir stehen schon in den Startlöchern und warten nur noch die Nationalratswahl ab“, so Peterl.

Noch keine Entscheidung gibt es bei der Bürgerliste Leitzersdorf, die dort mit Franz Schöber den Bürgermeister stellt. „Wir sind mitten im Überlegen“, so Schöber über seine Zukunft. Erst nach der Nationalratswahl werde er entscheiden, ob er sich nochmals der Wahl stellt.

Leitzersdorf wird heiß umworben

Leitzersdorf ist auch ein Thema bei der FPÖ. Mit Vizebürgermeister Manfred Kreuzmann will man den Bürgermeistersessel erobern, erklärt FPÖ-Bezirkssprecherin Ina Aigner. Auch in Gerasdorfs Vizebürgermeister Dietmar Ruf sieht sie einen ernst zu nehmenden Kandidaten, der erste blaue Bürgermeister im Bezirk zu werden.

Noch ist man aber auf die Nationalratswahl fokussiert, „es gab noch keine Planungen für die Gemeinderatswahl, die Listen werden erst erstellt“. Ein flächendeckendes Antreten wird es laut Aigner eher nicht geben. „Die Personaldecke ist in allen Bereichen dünn, für gute Leute ist noch Platz.“ Deshalb will man sich in erster Linie auf die Gemeinden stützen, in denen die FPÖ schon vertreten ist. Ziemlich fix dürfte sein, dass die FPÖ auch diesmal nicht in Bisamberg an den Start geht.

„Freiwillige werden gerne kennengelernt“, beschreibt Elisabeth Kerschbaum, Bezirkssprecherin der Grünen, das Personalproblem ihrer Partei. Selbst in Gemeinden, in denen die Grünen vertreten sind, sind politisch Interessierte gesucht. Aus diesem Personalengpass heraus werden die Listen erst am 22. Oktober fertiggestellt. Antreten wollen die Grünen „in den gleichen Gemeinden wie beim letzten Mal, keine dazu, keine weg“, so Kerschbaum. Das erklärte Ziel: „Wir nehmen uns Stockerau als Vorbild!“ Da hatten die Grünen im Frühjahr sogar die FPÖ überholt. Für solche Erfolge werden aber ehrenamtliche Helfer ebenso wie Kandidaten gesucht. „In Korneuburg ist noch Platz an wählbarer Stelle frei“, so Kerschbaum zur Personalnot.

Ähnlich ist das Bild bei den NEOS, die nur in Bisamberg durch Bezirkssprecher Elmar Pittracher im Gemeinderat vertreten sind. „In vielen Gemeinden werden noch Leute gesucht“, so Pittracher. In Bisamberg konnte man sich schon von drei auf zwölf Interessierte vergrößern. In Langenzersdorf und Korneuburg sind Gruppen im Entstehen. In Gemeinden wie Hagenbrunn, Harmannsdorf oder Ernstbrunn konnten laut Pittracher Interessierte gewonnen werden, dies reiche aber noch nicht aus, obwohl seit gut einem Jahr für die Gemeinderatswahl geplant wird.

„Angesichts der zum Teil zweistelligen Ergebnisse bei der letzten Nationalratswahl und der EU-Wahl müssen wir auch genug Personal haben, um gewonnene Mandate besetzen zu können“, erklärt Pittracher. In Bisamberg will er fünf Mandate erreichen, die Zahl der Mitstreiter ist groß genug. „Wer mitmachen will, für den gibt es sogar Einsteigerprogramme“, so Pittracher.

Umfrage beendet

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