Leobendorfs Jugendliche treffen sich bei „Mutta“. Ein eigener Raum unter dem Kindergarten ist für die Jugendlichen ab 16 Jahren Wohnzimmer und Freundestreff zugleich.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 21. Februar 2020 (06:02)
Der harte Kern von Mutta: David Kirschhofer, Patrick Mosbacher und Kevin Haumer mit Jugendgemeinderätin Angelika Seidl.
Mohsburger

Seit mehr als 20 Jahren haben die Jugendlichen in Leobendorf ihren eigenen Aufenthaltsraum, die „Mutta“ in der Dr.-Ansorge-Straße unter dem Kindergarten. Ursprünglich war der Verein in der ehemaligen Mutterberatung untergebracht, daher auch der Name. Für die Jugendlichen ist „Mutta“ zum Wohnzimmer geworden. Das zeigt sich schon daran, dass beim Eingang die Straßenschuhe gegen Hausschlapfen getauscht werden. „Wir putzen selber, deshalb achten wir auf Sauberkeit“, erklärt Obmann David Kirschhofer.

Ein „harter Kern“ von etwa 15 Jugendlichen trifft sich vor allem an den Wochenenden zum Plaudern, für Videospiele oder um gemeinsam Kinofilme oder ein Fußballmatch zu schauen. Für die Gruppe um Kirschhofer ist es selbstverständlich, dass der Raum von den Jugendlichen selbst renoviert wurde und auch die Möbel aus Paletten in Eigenregie gebaut wurden.

„Wenn man noch keine eigene Wohnung hat, ist die Mutta ein guter Platz, um sich mit Freunden zu treffen.“David Kirschhofer, Obmann Mutta

Finanziert wird dies durch verschiedene Feste. Das bekannteste ist das Burgfest, das heuer am 3. Juli stattfindet, doch schon am 29. Februar findet in den Räumlichkeiten eine „Schaltparty“ statt. Dann ist es auch recht voll, sonst allerdings ist der Zulauf nicht allzu stark. „Ich glaube, dass viele nicht wissen, dass es uns gibt“, vermutet Kirschhofer.

Dabei können Jugendliche ab 16 Jahren jederzeit vorbeikommen, Nachwuchs wird gesucht. Allerdings ist sich Kirschhofer auch bewusst, dass der Unterschied zwischen 16-Jährigen und seiner Generation knapp über 20 Jahre schon sehr groß ist, „da ist es schwieriger, miteinander zu plaudern.“ Eine Mitarbeit beim Burgfest könnte das Hineinwachsen in die Gruppe erleichtern, ist er überzeugt.

Für Jugendgemeinderätin Angelika Seidl ist es wichtig, dass die Jugendlichen einen Platz haben, wo sie sich treffen können. Dies bestätigt auch Kirschhofer: „Wenn man noch keine eigene Wohnung hat, ist die Mutta ein guter Platz, um sich mit Freunden zu treffen.“

Seidl lobt das Engagement: „Ich bin froh, dass sich die Jugendlichen ins Gemeindeleben einbringen.“ Mit Anrainern gibt es übrigens so gut wie keine Probleme. „Bei der letzten Veranstaltung haben wir die Nachbarn informiert“, erklärt Seidl. Feste gibt es nur alle paar Monate. Wichtig ist ihm die Zukunft: „Ich hoffe, dass wir weitere Junge dazu bringen, dass Mutta weiter besteht.“