Katze von Tierhasser mit Schrot durchsiebt. Eine Katze aus der Oberolberndorfer Vorstadt konnte sich mit letzter Kraft nach Hause schleppen.

Von Karin Schuhböck. Erstellt am 17. September 2019 (15:11)
privat
Mit vielen blutenden Stellen am ganzen Körper kam die Katze in die Tierarztpraxis von Christine Plattner

Wie die NÖN bereits berichtete, verschwinden in der Großgemeinde Sierndorf viele Katzen spurlos und werden von ihren Besitzern verzweifelt gesucht. Jetzt wurde ein Fall bekannt, der ahnen lässt, was mit den Tieren passiert sein könnte. Ein Mensch, der Lust am Töten von Tieren hat, dürfte in der Gemeinde sein Unwesen treiben.

Gestern wurde von Katzenbesitzern aus der Oberolberndorfer Vorstadt ihr Tier blutüberströmt auf der Terrasse gefunden, wo es sich mit letzter Kraft hingeschleppt haben dürfte. 

Die Katze wurde sofort in die Ordination von Tierärztin Christine Plattner gebracht und untersucht. Christine Plattner meint: „Zuerst sah es so aus, als ob irgendein andres Tier die Katze so zerbissen hat, denn es waren viele kleine blutende Stellen am ganzen Körper verteilt. Aber nachdem sie von uns geschoren worden war und wir ein Röntgenbild angefertigt hatten, wurde das ganze Ausmaß der Verletzungen sichtbar: Wir haben 56 Schrotkugeln in dem kleinen Katzenkörper gefunden!“

privat
Das Röntgenbild zeigte das ganze Ausmaß der Verletzungen: 56 Schrotkugeln befanden sich im Körper.

Laut Christine Plattner dürfte der Schütze auf den Kopf gezielt haben, aber zu weit weg gewesen sein, um die Katze richtig zu treffen, so hatte die Katze noch eine Chance und konnte nach Hause laufen.

Bei der Operation des Stubentigers konnten zehn Schrotkugeln entfernt werden. Die anderen Kugeln müssen im Körper verbleiben, da sie zu tief liegen und nicht herausoperiert werden können.

Nach Auskunft der Tierärztin hat das Tier die Operation gut überstanden, ist auf dem Weg der Besserung und darf bald wieder nach Hause, wo sie sehnsüchtig vom neunjährigen Sohn der Familie erwartet wird.

Christine Plattner ist über die Vorgänge sehr beunruhigt: „Es kann doch nicht sein, dass irgendwo in den Ortschaften, obwohl keine Jagdzeit ist, wild herumgeballert wird. Ich habe den Katzenbesitzern geraten, Anzeige bei der Polizei zu machen, vielleicht kann der Schütze ausfindig gemacht werden. Er ist nicht nur eine Gefahr für Tiere, es könnten sich ja auch Menschen in der Schusslinie befinden“.

Und sie appelliert an alle Einwohner: „Wenn ihnen irgendetwas Verdächtiges auffällt, oder ihnen bekannt ist, wer wahllos Tiere abknallt, setzten sie sich bitte mit mir unter der Tel. Nr. 0664/1803932 oder mit der nächsten Polizeidienststelle in Verbindung!“