Großmugl wirbt für Breitband. Bis 30. September müssten 42 Prozent der Haushalte „Ja“ dazu sagen. Die Gemeinde startet Info-Offensive.

Von Dieter Rathauscher. Erstellt am 16. Juni 2021 (08:37)
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Bürgermeister Karl Lehner (ÖVP) hätte auch für seinen Büroanschluss gerne ein leistungsfähiges Breitbandnetz zur Verfügung, deshalb macht er Werbung für Internet-Anschlüsse in Großmugl.
Rathauscher, Rathauscher

Lange hatte sich ÖVP-Bürgermeister Karl Lehner bemüht, für alle Katastralgemeinden einen Anschluss an ein leistungsfähiges Breitbandnetz zu ermöglichen. Immer wieder wurde er vertröstet, andere Gemeinden in noch entlegeneren Gegenden müssten zuerst versorgt werden, wurde ihm gesagt. Dazu kommt noch eine schwierige geografische Ausgangssituation mit neun zum Teil sehr kleinen und verstreuten Orten.

Ausbau der Netze durch Corona-Krise

Dann kam wegen der Corona-Krise die Breitbandförderung durch die Regierung. Plötzlich waren Mittel für den Ausbau der Netze verfügbar, aber mit einem zeitlichen Limit für die Anträge. Um diese Frist einhalten zu können, musste Lehner eine Gemeinderatssitzung einberufen, darin wurde der Grundsatzbeschluss für die Umsetzung des Glasfaserprojekts genehmigt.

Wichtiger Partner bei diesem Projekt ist die Niederösterreichische Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG), deshalb wurde Raimund Fischer eingeladen, um das Projekt vorzustellen. Die nöGIG stellt die passive Infrastruktur bis zur jeweiligen Grundgrenze zur Verfügung. Diese verbleibt in öffentlicher Hand. Darauf aufbauend sorgt eine Tochter der nöGIG für den Betrieb des Netzes. Die eigentlichen Internetservices werden von bisher neun Providern angeboten, die mit Paketen die Interessen der Kunden abdecken sollen.

42 Prozent der Haushalte brauchen Vertrag

Das Projekt sieht vor, dass alle neun Katastralgemeinden mit Glasfaserverbindungen versorgt werden. Die Voraussetzung dafür besteht darin, mindestens 42 Prozent der Haushalte zu verpflichten, einen Vertrag mit der nöGIG abzuschließen. Das wären rund 400 Haushalte. Für die Gemeinde beginnt eine Phase der Bürgerinformation. Die Erfahrungen während der Lockdowns mit Homeoffice und Homeschooling haben die Bereitschaft für einen schnellen Internetanschluss sicher befeuert. Trotzdem ist das kein Selbstläufer, auch weil die Altersstruktur in der Gemeinde eine leichte Überalterung aufweist.

Lehner gibt sich aber zuversichtlich: „Der Antrag wurde im Gemeinderat erwartungsgemäß einstimmig angenommen. Wir bilden jetzt eine Projektgruppe mit den Ortsvorstehern und werden die Bürger mit den erforderlichen Details versorgen. Es wird Informationsveranstaltungen in allen Gemeinden geben, dazu Info-Sprechtage und -Folder.“ Bis 30. September müssen die erforderlichen 400 Zusagen eingegangen sein.