Sträucherschnitt bei 38 Grad: Kritik in Korneuburg. Stadtservice kontert Kritik: Wegen Personalsituation kann nicht immer auf die Temperaturen Rücksicht genommen werden.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 23. August 2019 (06:18)
privat
Dass Sträucher mitten im Sommer und nicht im Herbst geschnitten werden, sorgt für Kritik.

Es hatte knapp 38 Grad, als die Stadtgärtner Mitte Juli den Sträuchern im Bereich des Bahnhofs zu Leibe rückten. Eine aufmerksame Korneuburgerin wandte sich daraufhin an das Stadtservice.

„Warum werden die Sträucher mitten im Hochsommer, zur heißesten Jahreszeit, zu Tode rasiert?“, fragte sie nach, „die Büsche sollten ja unter anderen auch Schattenspender und Wasserspeicher sein.“ Als positives Beispiel verwies sie auf die üppigen Sträucher hinter dem Stadtmuseum. „So sollte es sein“, findet sie.

„Es geht sich hinten und vorne nicht mehr aus“

SP-Stadtrat Thomas Pfaffl, zuständig für das Stadtservice, gibt zu, dass ein Rückschnitt inmitten der größten Hitze nicht ideal sei. Grundsätzlich stehe im öffentlichen Raum aber die Verkehrssicherheit an oberster Stelle. „Wenn die Sträucher zu hoch sind, sieht man nicht mehr drüber“, ersucht er um Verständnis.

Außerdem sei man personell an der Grenze und könne sich nicht immer nach den Temperaturen richten. „Korneuburg wächst und mit ihm die Grünstreifen“, sagt er. Gepflegt werden müsse aber mit dem gleichen Personalstand. „Es geht sich hinten und vorne nicht mehr aus“, bedauert er.

Eine Aufstockung des Personals sei ein „längerfristiger Prozess“, ist ihm im Hinblick auf die finan zielle Situation der Stadt bewusst. „Die Einnahmen sind nicht im gleichen Ausmaß gestiegen“, erklärt er.