„Hund nur noch ein Gerippe“: Tierärztin schockiert. Tierärztin Christine Plattner ist über den Zustand eines verwahrlosten Hundes schockiert. Indes startete die Suche nach einem zweiten Hund – mit wohl ähnlichem Schicksal.

Von Karin Schuhböck und Christian Sturm. Erstellt am 14. August 2019 (05:05)
Sturm
Der ausgehungerte Rüde wurde von Tierärztin Christine Plattner erstversorgt. Am Mittwoch darf er in ein neues Zuhause ziehen.

Tierärztin Christine Plattner erhielt am Dienstag, 6. August, den Anruf, dass in Sierndorf ein verwahrloster und abgemagerter Hund herumläuft. Daraufhin machte sich die Mitarbeiterin der Tierärztin sofort auf den Weg und brachte den Labradormix in die Ordination.

Nach einer Erstuntersuchung stellte Plattner fest, dass der Rüde schon lange nichts mehr gefressen hatte. Nach dem Auslesen des Chips konnte der Hundehalter festgestellt werden, in dessen Besitz sich auch ein zweiter Hund befinden soll.

„Ich habe so etwas in meiner langen Laufbahn als Tierärztin noch nie gesehen.“Tierärztin Christine Plattner

Nach einem Gespräch mit dem Hundebesitzer stellte sich heraus, dass die Hunde auf seine Ex-Freundin gemeldet sind, nach der Trennung sollen beide Tiere bei ihm verblieben sein. Nach der Frage, wo sich der zweite Hund befinde, antwortete er, er habe ihn an eine Bekannte weitergeben. Allerdings wisse er nur den Vornamen dieser Person und hätte keine Handynummer, weil er sein Telefon verloren hätte.

Plattner verständigte umgehend den diensthabenden Hollabrunner Amtstierarzt Johannes Klinger. Der machte sich vor Ort bei dem Hundebesitzer ein Bild von der Lage. Er fand auf dem mit Unkraut überwuchertes Grundstück zwar nicht den zweiten Hund, jedoch ein Kaninchenskelett, das sich in einem Käfig befand. Auch dieses Tier dürfte vor längerer Zeit verhungert sein.

Im Haus fand Klinger Hundekot, in dem sich Stoffreste und Vorhangschnüre befanden. Der Labradorrüde dürfte sich davon ernährt und bei einem Freigang im Garten die Gelegenheit zur Flucht durch ein Loch im Zaun genutzt haben.

Klinger nahm die amtliche Abnahme des Hundes vor und übergab ihn in die Obhut von Plattner. „Ich habe so etwas in meiner langen Laufbahn als Tierärztin noch nie gesehen. Der Hund ist nur noch ein Gerippe“, ist sie schockiert. Er hätte wohl keinen weiteren Tag überlebt, so die Medizinerin. Sie kannte den Hund aus ihrer Praxis, er wog damals 38 Kilo. Jetzt war er auf 19 Kilo abgemagert.

Die Hundebesitzerin meldete sich zwar, das Tier wird aber nicht an sie, sondern an eine Verwandte übergeben. Eine Frage muss noch geklärt werden: Was passierte mit dem zweiten Hund? Plattner hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung.

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