Frau ließ Vierbeiner in Messie-Wohnung zurück. Eine Frau hatte mehrere Tiere in einer verwüsteten Wohnung zurückgelassen. Ein Hund wurde verwest aufgefunden, Tierschützerin Elisabeth Kern konnte einen Kater retten.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 19. Juni 2019 (06:14)

„Wie kann man so etwas machen?“, schüttelt Tierschützerin Elisabeth Kern aus Gerasdorf den Kopf. Sie hat durch ihre Tätigkeit schon viel Schlimmes erlebt, doch der Anblick, der sich ihr am letzten Samstag in Stockerau bot, schockierte auch sie.

„Ein Hund lag verwest hinter der Haustür“

Die Polizei war in einen privaten Wohnbau gerufen worden, aus einer Wohnung drang beißender Geruch. Der erste Gedanke, dass die Mieterin tot in der Wohnung liegen würde, bestätigte sich nicht. Stattdessen hatte die Frau mehrere Tiere hilflos in der völlig verwüsteten Wohnung zurückgelassen. „Ein Hund lag verwest hinter der Haustür“, erschaudert Kern beim bloßen Gedanken.

Laut Nachbarn haben zwei Katzen in der Wohnung gelebt; eine hat beim Räumen der Wohnung Reißaus genommen, den Kater konnte Kern jedoch retten. „Ich habe ihn zur Behandlung auf die veterinärmedizinische Universität gebracht. Sein Zustand ist kritisch, aber er zeigt leichte Fortschritte“, will Kern die Hoffnung nicht aufgeben.

Das Tier ist nun beim Wiener Tierschutzverein untergebracht. Kern hat im Garten des Wohnbaus eine Katzenfalle aufgestellt, mithilfe der Nachbarn will sie die entlaufene Katze in Sicherheit bringen. „Es ist auch nicht sicher, ob noch andere Katzen in der Wohnung gelebt haben“, macht sich die Tierfreundin Sorgen.

Die Polizei führt derzeit Erhebungen wegen Tierquälerei durch, die Wohnung wird mühsam geräumt. Die Mieterin soll am Messie-Syndrom leiden.