Gemeinderat trat aus FPÖ Gföhl aus. Andreas Patzl beendete Zusammenarbeit mit Freiheitlicher Partei per Jahresende. Er kritisiert „Wadlbeißerei“.

Von Gerald Mayerhofer. Erstellt am 15. Januar 2021 (05:40)
Andreas Patzl ist seit Jahresbeginn fraktionsloser Gemeinderat in Gföhl.
privat

Das neue Jahr begann für die Gföhler FPÖ mit einem Knalleffekt: Nach dem erfolgreichen Abschneiden bei der letzten Gemeinderatswahl, bei der vier Sitze im Gföhler Gemeinderat errungen werden konnten, ist Andreas Patzl per Jahresultimo aus der FPÖ ausgetreten. Er wird jedoch sein Mandat als fraktionsloser Gemeinderat weiter ausüben.

Mit FP-Ideologie nicht mehr einverstanden

Patzl begründete den Schritt darin, dass er mit der Ideologie der FPÖ und „der ewigen Wadlbeißerei, beginnend auf Bundesebene“ nicht mehr einverstanden ist. Im NÖN-Interview betonte er, dass er die persönliche Zusammenarbeit mit seinen Gföhler FP-Kollegen immer sehr geschätzt hat, er sich aber mit dem andauernden „Hick-Hack“ der Freiheitlichen Partei auf Bundes-, Landes-, aber auch Gemeinde-Ebene nicht mehr identifizieren kann: „Das Aufrühren von Geschichten aus der Vergangenheit bringt nichts und ist nicht lösungsorientiert - andauerndes Streiten bringt niemand weiter. Gerade in Zeiten wie diesen ist ein Schulterschluss mit allen anderen Fraktionen erforderlich, um die Gemeinde weiterzuentwickeln.“

FPÖ Gföhl teilt Sichtweise nicht

FP-Stadtrat Erich Starkl betont, dass der Vorwurf der „Wadlbeißerei“ die subjektive Meinung von Gemeinderat Andreas Patzl sei und vom Gföhler FP-Team nicht geteilt werde. „Wir danken Herrn Patzl für seinen erbrachten Einsatz und wünschen ihm alles Gute“, so Starkl weiter. „Das Gföhler FP-Team wird weiterhin für die Anliegen unserer Bürger da sein.“

Bürgermeisterin Ludmilla Etzenberger (ÖVP) unterstreicht: „Jeder Gemeinderat, der aktiv und konstruktiv für die Stadt Gföhl mitarbeiten will, ist herzlich willkommen! Das ist gerade in diesen schwierigen Zeiten sehr wichtig.“