Freundin: „Er schleifte mich aus dem Zimmer“. Eine offene Bewährungsstrafe hielt 28-Jährigen nicht davon ab, seine Freundin zu attackieren.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 11. September 2019 (05:19)
Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
Symbolbild

„Er kämpfte damals mit einem Burnout und verkroch sich daheim. Er flüchtete sich in Computerspiele. Wollte man ihm helfen und über die Probleme sprechen, bekam er Wutanfälle. Die Beziehung wurde immer schlechter. Wegen Geldproblemen kam es auch immer häufiger zu Streit“, erinnert sich das Opfer (25) aus dem Bezirk Krems im Zeugenstand an das getrübte Zusammenleben mit einem 28-Jährigen.

Am 30. Mai dieses Jahres sei eine Auseinandersetzung dann eskaliert: „Er war grantig und bekam einen Wutanfall, als ich nachfragte. Er begann mich zu beschimpfen, zu schubsen und ich stürzte. Dann packte er mich und schleifte mich aus dem Zimmer. Meine Knie waren danach aufgeschürft und schmerzten. Dann ging er noch mit einem Hocker auf mich los und forderte, dass ich verschwinden soll. Als ich davon bin, hat er mir noch mein Handy nachgeschmissen“, schilderte die Ex-Freundin.

Der 28-Jährige leugnete die Vorwürfe: „Sie war damals hysterisch und will mich nach der Trennung nur belasten. Ich habe nur gegen den Hocker getreten und der flog gegen die Wand. Ich habe sie nicht angegriffen. Ich mache seit Juli ein Antigewalttraining.“

„Erst im Februar wurden sie verurteilt. Im Mai wieder ein Gewaltausbruch. Sie arbeiten jetzt an sich und haben sich professionelle Hilfe gesucht. Sie bekommen eine letzte Chance“, erklärt die Richterin das Urteil von zehn Monaten bedingt.