Pendlerzahl steigt stark. Aktuelle AK-Analyse zeigt: Pendler von und nach Krems werden mehr.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 28. Februar 2020 (04:54)
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„Die Notwendigkeit, am Arbeitsmarkt flexibel zu sein, ist gestiegen.“ Zu dieser Schlussfolgerung kommt die Arbeiterkammer Niederösterreich angesichts der Zahlen ihrer 30. Pendleranalyse.

Für Niederösterreich insgesamt wie auch für den Bezirk Krems gilt, dass fast alle diesbezüglich wichtigen Indikatoren gestiegen sind: So erhöhte sich die Zahl der „Auspendler“, also jener, die im Bezirk Krems wohnen und diesen beim Pendeln verlassen, seit 2014 um fast 13 Prozent auf 10.862 Personen. Umgekehrt gab es bei den Einpendlern ein noch weit stärkeres Plus von 25,5 Prozent. Es handelte sich 2019 um 7.363 Personen. Für Krems spricht die AKNÖ von einem „negativen Pendlersaldo“.

Frauenanteil bei den Auspendlern gering

Zumindest für die Stadt Krems streicht Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ) die gute Infrastruktur hervor, welche Aus- wie Einpendler vorfinden: „Wir haben eine neue Park+Ride-Anlage in Gneixendorf und eine Parkanlage in der Strandbadstraße. Außerdem wurde die Zugverbindung Krems–St. Pölten verbessert.“ Gemessen an der Gesamtzahl der im Bezirk Krems wohnhaften Beschäftigten – 27.946 Menschen 2019 – beträgt der Anteil derer, die in einen anderen Bezirk pendeln müssen, fast 39 Prozent und ist seit 2014 ebenfalls gestiegen. Für ganz NÖ sind es 51,5 Prozent.

AK NÖ; Illustration: Mascha Tace/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Hinsichtlich benachbarter Bezirke spricht die AK-Analyse vor allem bei Pendlern im Waldviertel von „starken Verflechtungen zwischen Nachbarbezirken“. Hohe Pendleranteile gebe es etwa in Richtung Bezirk St. Pölten (32,3 Prozent) und Wien (26,8 Prozent). Ansonsten sind vor allem die Nachbarbezirke Tulln, Zwettl und Horn Ziele für die Auspendler. Umgekehrt ergibt sich fast das gleiche Bild.

Ein weiteres spannendes Muster zeigt sich hinsichtlich der Geschlechterverteilung. So liegt der Anteil der Frauen an allen Auspendlerinnen in NÖ bei 43,1 Prozent, während der Bezirk Krems mit 38,5 Prozent gemeinsam mit Scheibbs und Zwettl das Schlusslicht ist.

Genau umgekehrt sieht es bei den Einpendlerinnen aus: Hier liegt der Frauenanteil mit 46 Prozent auf Platz eins, der Niederösterreich-Durchschnitt bei nur 37 Prozent.

Hinsichtlich der Länge der Pendlerwege weist die Analyse nur NÖ-weite Zahlen aus. So sind 35 Prozent aller Arbeitswege länger als 20 Kilometer und 32 Prozent bis zu fünf Kilometer. Nur mehr gut jeder Fünfte kann noch seinen Heimatort seinen Arbeitsplatz nennen. Vor fünf Jahren war es immerhin noch jeder Vierte.