Krems: Drei Polizeieinsätze & neun Anzeigen am Sonntag. Drei Einsätze in zwei Stunden und neun Anzeigen: Die Kremser Polizei war am Sonntag, 5. April, stark beschäftigt. Aggressives Verhalten, Lärmbelästigung und Verstoß gegen soziale Distanz (Corona-Verfügungen) waren der Anlass für das Einschreiten der Beamten.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 07. April 2020 (21:15)
Zur Steiner Shell-Tankstelle wurde die Polizei gerufen. Angeblich hätten sich dort rund "20 Jugendliche" getroffen. Es waren dann zwar nur fünf, die aber mit einem Pkw unterwegs waren.
Martin Kalchhauser

Zu mehreren Polizeieinsätzen mit teuren Folgen für de Betroffenen kam es am Sonntagnachmittag. Es begann um 15 Uhr in Förthof ...

"Raufhandel" war nur Streit

Gleich drei Polizeistreifen trafen dort um etwa 15 Uhr in der Nähe des DPU-Gebäudes ein, weil ein „Raufhandel“ gemeldet worden war. Die Realität war dann etwas „nüchterner“: Eine stark alkoholisierte Frau war mit einer dort wohnhaften Hundebesitzerin in Streit gekommen, weil deren Vierbeiner die Passantin durch den Zaun angebellt und erschrocken haben dürfte. 

Frau hatte sich selbst verletzt

„Zunächst hieß es, bei einer Schlägerei sei jemand verletzt worden“, erklärt Bezirkspolizeichef Manfred Matousovsky. „Tatsächlich dürfte die alkoholisierte  amtsbekannte 30-Jährige jedoch gegen den Zaun geschlagen und sich dabei an der linken Hand verletzt haben.“

Riskante gemeinsame Biere

Weil die im Stadtteil Weinzierl wohnhafte Frau gegenüber den Beamten sehr uneinsichtig und aufbrausend reagierte, wurde sie wegen „aggressiven Verhaltens“ und „Lärmbelästigung“ angezeigt. Gleich auf der Weiterfahrt nach dem Förthof-Einsatz wurde eine Polizeistreife auf drei junge Männer aufmerksam, die sich im Spielplatz neben der Schiffsstation in Stein ein paar gemeinsame Biere gönnten. 

Gruppe traf sich an Tankstelle

 „Auch diese Personen wollten anfangs nicht einsehen, dass sie mit ihrem Verhalten gegen die in der Corona-Krise gebotenene sozialen Distanz verstießen“, so Matousovsky. Ergebnis: weitere drei Anzeigen. Etwas nach 17 Uhr schließlich trudelte ein weiterer Anruf ein, worin von „20 Jugendlichen“ die Rede war, welche sich am Parkplatz der Steiner Shell-Tankstelle zusammengefunden hätten.

Keine "automatischen Anzeigen" 

Tatsächlich handelte es sich nur um fünf Männer im Alter von 20 bis 25 Jahren. Einer war aus der Stadt Krems, der Rest aus dem Bezirk. Die Gruppe war jedenfalls mit einem einzigen Pkw unterwegs. Auch diese fünf geselligen Gemüter kassierten jeweils eine Anzeige. Der Kremser Bezirkspolizeichef dazu: „Wir zeigen niemanden automatisch an. Dazu muss es schon zu einer sehr eindeutigen Missachtung des Körperabstandes und anderer Corona-Regelungen kommen.“

"Corona-Sünden" sind teuer

So wurde eine dreiköpfige Motorrad-Gruppe, die sich ebenfalls dort zur Rast befand, lediglich ermahnt, den gebotenen Körperabstand einzuhalten. Hinsichtlich der genauen Höhe der verordneten Geldstrafen könne die Polizei keine Auskunft geben, jedoch: „Mit mehreren hundert Euro kann schon gerechnet werden.“