58 Millionen für Hotel & Wohnungen in Schloss Mautern. Investor Herbert Pinzolits will Top-Beherberungsbetrieb errichten. Vier große Wohnbauten sollen Querfinanzierung für Rettung des Schlosses sichern.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 09. April 2021 (19:52)
So soll sich künftig das geplante, dem Schloss benachbarte Gebäude der „Genusswelt Wachau“ vom Kreisverkehr aus dem Betrachter darbieten. Renderings: Bau Consult Projekt
Bau Consult Projekt

58 Millionen sollen in den kommenden vier Jahren in das Projekt Schloss Mautern fließen. Geht es nach den bereits fix und fertig vorliegenden Plänen des Investors Herbert Pinzolits (Mamma Group) und seines Partners Herbert Hetzel (Bau Consult Projekt), entsteht im Bereich des Schlosses ein Hotel mit zwei Restaurants und Seminarräumen.

Parallel dazu sollen in der Schulgasse vier Pentagons (fünfeckige Gebäude) mit 80 Wohneinheiten gebaut werden. 2,5 Hektar Grundfläche sollen so verwertet werden.

Die geplante Gestaltung des Bereichs zwischen Hinterseite des Komplexes mit Schloss und Römerhalle und der neuen „Genusswelt“ wird zu einem Bereich umgestaltet, der zum Flanieren einlädt. Renderings: Bau Consult Projekt
Bau Consult Projekt

Nach langen Vorbereitungsarbeiten und dem Okay von Weltkulturerbe und Bundesdenkmalamt geht es für den Fall, dass die Gemeinde ebenfalls zustimmt, an die Umsetzung des ehrgeizigen Vorhabens.

Die vier Pentagons (im Bereich der Schulgasse, wo derzeit noch das alte Feuerwehrhaus steht) bieten Platz für 6.000 m² Wohnfläche mit Blick auf Donau, Weinterrassen, Römermauer oder Stift Göttweig. „Das sollen voraussichtlich Eigentumswohnungen sein“, stellt Pinzolits fest. Bei der Bauweise werde auf Nachhaltigkeit geachtet.

Im ganzjährig geöffneten Hotel wird es 122 Zimmer auf 4-Sterne-Superior-Niveau (47 im Schloss, 75 im angegliederten Neubau) geben. Zwei Restaurants, davon eines auf einer Dachterrasse mit Donaublick (über der jetzigen Küche der Römerhalle), und großzügige Seminarräume ergänzen das künftige Angebot. Einchecken wird man für das Hotel in der „Genusswelt“, einem Neubau neben dem Schloss, die auch Bühne für kleinere kulinarische und kulturelle Events sein soll.

Herbert Pinzolits präsentierte der NÖN exklusiv die Pläne für das Mauterner Hotel-Projekt, für das nach dem Okay des Weltkulturerbes und des Bundesdenkmalamtes nur noch der Beschluss des Gemeinderats fehlte. Foto: Martin Kalchhauser
Martin Kalchhauser

„Römerhalle und Schüttkasten werden einer behutsamen Generalsanierung unterzogen und durch einen neuen Gebäudetrakt verbunden“, erklärt Pinzolits. Bedenken der Mauterner, die Römerhalle als Veranstaltungsort zu verlieren, will der Investor zerstreuen: „Sie wird wie bisher Dritten für Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Wir werden die Tradition nicht mutwillig brechen und Konsens anstreben.“

Hier gelte ebenso wie für den gesamten Komplex, dass größtmögliche Offenheit angestrebt werde. Unter der Erde verschwinden wird der Parkplatz. Für 220 Fahrzeuge ist die Tiefgarage, die an seiner Stelle Platz finden wird, konzipiert.

„Die Rettung des Schlosses ist nur durch so ein Projekt zu finanzieren.“Herbert Pinzolits, Investor

Generell legt sich Pinzolits die Latte hoch: „Das Schloss Mautern soll einer der prominentesten Veranstaltungsorte im Großraum Wien werden!“ Alles, was zum General-Motto „Kunst und Genuss“ passe, werde hier Platz finden. Nüchtern betrachtet sei die Rettung des Schlosses nur so zu finanzieren.

„Dank der gleichzeitigen Wohnraumschaffung kann sich das rechnen. Ein Hotel allein würde das trotz großer Nachfrage nicht schaffen.“ Die Region profitiere ebenfalls. Es werde 80 dauerhafte Arbeitsplätze auf Vollzeitbasis geben, der Wareneinsatz des Hotels werde großteils lokal gedeckt, und auch externe Dienstleister würden profitieren.

Wenn alles klappt, könnte 2022 (nach archäologischen Untersuchungen der Baustelle und den behördlichen Verfahren) mit dem Bau begonnen werden. Wohnungen und Garage würden 2023, Hotel und Veranstaltungsbereiche 2024 fertig sein.

Der Options- und Raumordnungsvertrag sowie der Kaufvertrags-Entwurf waren einziger Tagesordnungspunkt der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 6. April (nach Redaktionsschluss). Allgemein wurde erwartet, dass der Gemeinderat dafür grünes Licht geben werde.