Heißsporn (19) war kurz in Haft - Waffenverbot!. Zu einer Schießerei wurden die Polizisten der Inspektion Krems am Freitag in den Stadtteil Mitterau alarmiert. Der Vorfall stellte sich zum Glück als weniger dramatisch als befürchtet heraus. Ein Täter wurde verhaftet, später aber wieder freigelassen.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 24. Januar 2021 (19:50)
Symbolbild
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In die Göttweigergasse im Kremser Stadtteil Mitterau wurde am 22. Jänner um ca. 18.30 Uhr eine Polizeistreife beordert. Eine männliche Person hatte dort in die Luft geschossen.

Täter in schwarzem Audi

Laut Angaben von Zeugen war der Täter danach mit einem schwarzen Audi geflüchtet. Die Landesleitzentrale der Polizei wurden zwei weitere Streifen und Mitglieder der Einsatzeinheit (EE) zu Hilfe geholt. Rasch stellte sich heraus, dass es sich beim mutmaßlichen Täter um einen rumänischen Staatsbürger (19), der unweit des Tatorts wohnhaft ist, gehandelt haben dürfte.

"Hausbesuch" durch Polizei

Während die Beamten der EE die Erhebungen am Tatort durchführten, statteten zwei Streifenwagen-Besatzungen dem Verdächtigen einen "Hausbesuch" ab. Sie trafen dort aber nur die Schwester des Mannes an, kurz darauf kam auch ein Bruder des Tatverdächtigen. Dieser kündigte die baldige Heimkunft des Gesuchten an.

Pistole auf Mann gerichtet

Zwischenzeitlich war der Tathergang geklärt. Zwischen dem Audi-Fahrer und dem Lieferanten (51) einer Kremser Pizzeria war es zum Streit gekommen, weil letzterer im Zuge seiner Tätigkeit die Straße nicht rasch genug für den anderen freigemacht hatte. Im Zuge der verbalen Auseinandersetzung hatte das Gegenüber den Pizza-Mann mit einer Pistole bedroht, sich anschließend aber umgedreht und einen Schuss in die Luft abgegeben. In unmittelbarer Nähe des Vorfalles konnte durch einen Kremser Kriminalbeamten auch eine Patronenhülse gefunden werden.

19-Jähriger leugnete Tat

Gegen 19 Uhr kam der Verdächtige an die Wohnadresse. Zum Vorfall befragt, gab er lediglich an, eine Diskussion mit einem Pizzalieferanten und drei weiteren Personen gehabt zu haben. Diese hätten auch auf sein Auto eingetreten (Beschädigungen am Fahrzeug konnten wahrgenommen werden). Dass er eine Waffe bei sich hatte bzw. noch habe und es zu einer Schussabgabe kam, wurde von ihm geleugnet.

Verdächtiger festgenommen

Der Verdächtige gab an, dass er zwar eine Schreckschusswaffe besitze, aber gar nicht wisse, wo sich diese befinde. Weder beim Betroffenen noch bei der sofortigen Nachschau in der Wohnung konnte eine Waffe gefunden werden. Der Pizza-Lieferant konnte den Täter jedoch anhand eines Fotos klar identifizieren. Der 19-Jährige wurde daraufhin  vorläufig festgenommen und auf die PI Krems verbracht.  

Geständnis - Waffe gefunden

Nach einer neuerlichen Befragung und Mitteilung, dass eine Patronenhülse aufgefunden wurde, gestand er schließlich, einen Schuss abgegeben zu haben. Die Waffe habe er jedoch anschließend am Parkplatz bei seinem Arbeitsplatz in Lerchenfeld weggeworfen. Diese konnte dort in weiterer Folge auch gefunden und sichergestellt werden.

Anzeige auf freiem Fuß

Nach Abschluss der Vernehmungen, wurde seitens der Polizei mit dem Journalstaatsanwalt  Kontakt aufgenommen. Dieser ordnete Anzeige auf freiem Fuß an. Die Festnahme wurde daraufhin unverzüglich aufgehoben. Verletzt wurde beim Vorfall in der Mitterau zum Glück niemand, Gegen den Mann wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen. Ihn erwartet eine Anzeige wegen gefährlicher Drohung.