Gastronom: „Sollten jetzt alle bis halb 1 offen haben“. Barbesitzer findet es „cool“, dass Bundespräsident Sperrstunde überzogen hat.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 28. Mai 2020 (11:31)
Barbetreiber Armin Oswald würde Steffi, Bärbel und Ines gerne länger als bis 23 Uhr Cocktails, wie hier in der „XO Bar“, servieren.
Lechner

Alexander Van der Bellens Sperrstunden-Fauxpas machte am Wochenende Schlagzeilen. Dass der Bundespräsident weit nach Mitternacht im Schanigarten eines italienischen Restaurants erwischt wurde, macht einen der Kremser Gastronomen, die am meisten unter der frühen Sperrstunde leiden, aber nicht etwa wütend. Im Gegenteil: Barbesitzer Armin Oswald findet Van der Bellens Aktion „cool“ und sagt: „Eigentlich müssten wir jetzt alle bis halb eins offen haben.“

Dass er um 23 Uhr schließen muss, ist dem Chef von vier Altstadtlokalen aktuell der wohl größte Dorn im Auge. Es sei eine Regelung, die illegale Partys und Konsumation fördere. „Ich hoffe, dass es jetzt nicht mehr lange dauert, bis alle kapieren, dass diese Sperrzeiten sinnlos sind. Wir tun uns eh so schwer und müssen die guten Runden rausschmeißen.“

Daran halten tut sich Oswald in der „XO Bar“ und dem „Steirisch Irish“, jenen Lokalen, die er am 15. Mai wieder aufgesperrt hat, trotzdem. Die Polizei hat das gleich am ersten Öffnungstag festgestellt. Punkt 23 Uhr betraten zwei Beamte in Zivil das Irish Pub – und wurden hinauskomplimentiert.