Gemeinderat Mahrer: Faire Gratisstunde ist Ziel. Auch durch den Umstand, dass er mit seinem Dringlichkeitsantrag im Gemeinderat abblitzte, lässt sich Gemeinderat Mahrer nicht von seinem Vorhaben abbringen.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 05. Juni 2021 (07:20)
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KLS-Gemeinderat Wolfgang Mahrer vor einem der Kremser Parkautomaten, die für eine faire „Gratisstunde“ technisch umgerüstet werden müssten.
Martin Kalchhauser

Wer einen Parkschein für eine Stunde kauft, bekommt eine zweite gratis dazu. Diese Form der „Gratisstunde“ ist für viele unfair. Ist die erste Stunde kostenlos, ist dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. KLS-Gemeinderat Wolfgang Mahrer wüsste eine faire Lösung, für die er eintreten will.

„Die erste Stunde soll gratis sein“, meint Mahrer. „Aber man muss diese Lösung gegen Missbrauch sichern.“ Gemeint: Wer mehrmals am Tag an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet parkt, würde das System ausnützen. Auch gegen die Möglichkeit, mehrmals am selben Stellplatz einen Gratis-Parkschein zu lösen, muss eine Vorkehrung getroffen werden.

„Eine möglichst missbrauchssichere Lösung ist problematisch. Man müsste die Parkscheinautomaten technisch aufrüsten, sodass man beim Lösen eines Parkscheins das Kennzeichen eingeben muss“, erklärt Mahrer. Die Kosten müsse man erheben. „Aber die Gratisstunde in ihrer derzeitigen Form kostet uns samt Strafgebühren-Ausfällen auch über 300.000 Euro im Jahr!“ Einfach sei es bei jenen, die das Handyparken nützen. Hier ist die Abbuchung ohnehin an die Autonummer gebunden.

Dass sich die FPÖ jetzt gegen die aktuelle Gratisstunde ausspricht, findet der Mandatar heuchlerisch. „Wir waren immer Gegner der Grünen Zone, die FPÖ hat aber damals bei deren Einführung mitgestimmt.“ Weil die Stadt pleite gewesen sei, haben man diese Einnahmequelle erschließen müssen. Auch die nun regierende SPÖ habe das von ihr kritisierte Modell nicht abgeschafft, die Gebühren für einen ganzen Tag seien sogar von zwei auf vier Euro erhöht worden.

Wettlauf um die Idee: FPÖ schießt scharf

Die erste Forderung nach einer (ersten) Gratisstunde sei vonseiten der KLS gekommen. Das sei durch einen Brief aus 2014 an den Bürgermeister beweisbar. Das ärgert die FPÖ offenbar, die sich die „echte Gratisstunde“ in ihrer jüngsten Kampagne auf die Fahnen schreibt. Den Dringlichkeitsantrag Mahrers in der jüngsten Gemeinderatssitzung nahm die FPÖ zum Anlass, in einer Aussendung die „pauschale Verunglimpfung der Kremserinnen und Kremser als Parkbetrüger“ zu kritisieren. Die teure Umrüstung der Parkscheinautomaten sei ein „komplizierter Umweg“ zu einer Gratisstunde.