Viele tolle Talente: Entscheidungen fielen hauchdünn!. Kremser Bezirksfinale brachte Top-Stimmung ins „Mariandl”. Sensationelles Ergebnis nach Juryentscheid und Telefon-Aktion.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 10. Mai 2018 (14:07)

Es war ein unglaublich spannendes Bezirksfinale, das sich zwölf Akteure am 9. Mai auf der Bühne im Foyer des Kremser Einkaufszentrums „Mariandl“ lieferten. Ursprünglich sollten fünf der antretenden Solisten und Formationen Tickets für das Waldviertelfinale am 22. Juni in Horn lösten.

Knappe Entscheidung: Sechs statt fünf Sieger

Dass nun überraschenderweise sechs Kandidaten – davon ein Duo und ein Quartett – am 22. Juni ab 18.30 Uhr im Autohaus Waldviertel mit dabei sein dürfen, war auf das überaus dichte Niveau der Teilnehmer zurückzuführen. Dann nach Juryentscheid (ergibt 60 Prozent der Wertung) und Telefon-Voting gab es auf Platz fünf zwei exakt gleiche Bewertungen. Die Südregion des Waldviertels wird dort also sehr gut vertreten sein.

„Lauter Sieger” aus Castings mit 800 Kandidaten

Nicht müde wurde Moderator Andy Marek den ganzen Abend über, zu betonen, dass jede und jeder, die oder der sich hier auf die Bühne wagte, schon ein Sieger sei. Immerhin 24 Castings hatte es heuer im Vorfeld in ganz NÖ gegeben (die NÖN berichtete), und aus 800 Kandidaten musste die Auswahl getroffen werden. In Krems, wo Marek bei der Show auf der Bühne starke Unterstützung durch Sohn Lukas erhielt, stellten sich acht Einzel-Akteure, ein Duo und ein Quartett der Bewertung.

Jury und 1.924 Anrufe brachten Entscheidung

Die Jury, die aus Silvia Gallent, Kerstin und Gabi Wolf, Brigitte und Willi Dussmann sowie Sabine Marek bestand, war ebenso gefordert, exakt abgestimmte Bewertungen des durchwegs hochkarätigen Feldes vorzunehmen wie die Fans, die im Mariandl und wohl auch daheim die Handys glühen ließen. Sensationelle 1.924 Anrufe bestimmten den Ausgang der Wertung maßgeblich mit.

Familie und Arbeitgeberin bangten mit Karin

Dass es dabei durchaus auch sehr menschlich zuging, zeigt das Beispiel der St. Leonharderin Karin Schachinger. Sie sang „The Rose“ (Bette Middler) so einfühlsam und beeindruckend, dass sie trotz eines kurzen „Hängers“ am Ende eines der begehrten Tickets lösen konnte. Neben ihrer Familie bangten auch ihre Chefin Cornelia Knell vom gleichnamigen Gasthaus in Mold und deren Vater Gerhard mit der 31-Jährigen (der man ihr Alter nicht ansieht!). Sicher half der engagierten Kellnerin auch, dass die Fan-Truppe passend zum Namen des Liedes Rosen schwang und enthusiastisch Stimmung machte.

Duo mit Gitarre und Cajon auf Siegerstraße

„Und jeder hat einmal mehr gemerkt: Bei uns ist alles live! Playback singen kann bald einmal jemand“, fand Marek passende, wahre Worte des Trostes. Zuvor hatte sich schon Julian Schletter (26), ein Student der Zahnmedizin-Uni Stein, mit Phil Collins Song „In the Air Tonight“ ins Waldviertel-Finale katapultiert. Er sang und spielte auf der Gitarre, begleitet von seinem Freund Alexander Speiser an Cajon (Schlagzeug).

Sängerinnen-Duo brachte sensationelle Leistung

Die beiden sollten später am Abend noch einmal Grund zum Jubeln haben. Denn sie begleiteten instrumental das Duo Barbara Hocke (22, ebenfalls eine Studentin der Zahn-Uni) und Amelie Polak (21, eine angehende Kankenpflegerin). So wie schon beim Casting legten die Sängerinnen mit dem Hit „Too Close“ (Alex Clare) los. Was da abging, war sensationell. Die beiden – oder besser gesagt die vier – sind bei Insidern ein heißer Tipp für das Landesfinale der drei Besten aus allen Landesvierteln, das am 28. Juni im Haus der Musik in Grafenwörth steigt.

Tanzdarbietung brachte Lisa (14) außer Atem

Weiter im Rennen ist auch Lisa Köppel aus Hadersdorf. Die erst 14-jährige Schülerin war die einzige Künstlerin des Abends, die nicht mit dem Einsatz ihrer Stimme, sondern mit einer unglaublichen Tanz-Performance auf sich aufmerksam machte. Das Mädchen, das sich seine Fähigkeiten völlig autodidaktisch angeeignet hat, ließ die Zuschauer staunen – und konnte nach dem Akt auf weitere Fragen Mareks nicht antworten, weil sie sich total verausgabt hatte. Aber es hatte sich ausgezahlt!

Können und Schlagfertigkeit in Kombination

Die Art, mit der er Robbie Williams‘ Schlager „Angels“ auf der Bühne hinüberbrachte, bescherte dem 23-jährigen Bergerner Sebastian Winkler einen Startplatz im Horner Finale. Stimmlich sensationell punktete der junge Mann auch mit Humor und Schlagfertigkeit. Als er die Frage Mareks, ob er solo sei, bejahte, und dieser ihn aufforderte, seine Handynummer bekanntzugeben, verwies er stattdessen auf Anrufe an seine Nummer in der Publikumswertung. Die Handynummer wurde nicht verraten …

Michelle Lehrbaumer (17) aus Krems war die letzte Sängerin, deren Erfolg Andy Marek bei der spannenden Verkündung der Sieger verriet. Sie hatte mit einem unspektakulären Auftritt mit dem Lena-Lied „Satellite“ gepunktet, weil sie ihre großartige Stimme perfekt einsetzen konnte. Am Ende konnte sie ihr Glück kaum fassen. Sie kann sich ab sofort auf den Bewerb in Horn konzentrieren, wo die Karten wieder neu gemischt werden. Der Ausklang des Abends war einmal mehr das gemeinsam mit dem Publikum gesungene mit „We are the Champions“. Wie wahr!