Klimaschutz als Hürdenlauf. Roswitha Zatlokal schildert die vielen Hindernisse beim Umweltschutz.

Von Petra Vock. Erstellt am 25. August 2019 (11:28)
Martin Kalchhauser
Schrieb einen Beitrag für das Klimaschutz-Buch „SOS – Save Our Ship!“: Lachyoga-Lehrerin Roswitha Zatlokal aus Krems.

KREMS Von ihrem persönlichen Krampf mit dem Klimaschutz erzählt die Kremserin Roswitha Zatlokal in einem literarischen Beitrag, der in der Anthologie „SOS – Save Our Ship!“ veröffentlicht wurde. Die NÖN sprach mit ihr über das druckfrische Buch und die Hindernisse beim Umweltschutz.

NÖN: Wie kam es zu Ihrem Beitrag in der Klimaschutz-Anthologie „SOS –Save Our Ship!“?

Roswitha Zatlokal: Über Facebook! Herausgeber Gerhard D. Wulf hatte einen Aufruf über Internet gestartet, ich hab mich gemeldet, und meine Geschichte ist angenommen worden.

Ist Umweltschutz ein Thema, das Ihnen generell wichtig ist?

Zatlokal: Immer mehr! Und wie in meiner Geschichte beschrieben, ärgere ich mich, wenn ich dann so schleißig bin und Müsli im Plastikbecher kaufe.

Den beschriebenen Keramikbecher-to-go und die wiederverwendbaren Obstsackerl haben Sie also wirklich in Verwendung?

Zatlokal: Ja, und ich ärgere mich, wenn ich sie mitzunehmen vergesse. Ich bemühe mich auch, österreichische Produkte zu kaufen, und finde es arg, dass wir Marillen aus Spanien haben.

Wie sind die Reaktionen auf den Mitnahme-Becher?

Zatlokal: Sehr positiv. Die meisten sagen: „Jö, ist der lieb!“

Fahren Sie auch gern Zug?

Zatlokal: Lieber als mit dem Auto, vor allem nach Wien. Ich selbst habe die Vorteilscard, finde aber generell die Preise ziemlich hoch, vor allem, wenn zwei, drei Leute fahren. Da verstehe ich jeden, der das Auto nimmt.

Sie schreiben auch über den Verpackungswahnsinn. Ist hier der Konsument in der Pflicht?

Zatlokal: Hier ist vor allem auch die Politik gefragt. Es ist ja lächerlich: Ich darf im Supermarkt kein Plastiksackerl kaufen, aber alles ist in Plastik verpackt – Salate in Plastikschälchen, die Gurke in Plastik eingepackt! Ich verstehe auch nicht, warum bei Bauprojekten wie der Landesgalerie die Böden rundherum völlig mit Beton versiegelt werden, obwohl man weiß, dass das dem Klima schadet.

Mit dem Erlös aus dem Verkauf des Buches wird „Fridays for Future“ unterstützt. Was halten Sie von dieser Bewegung?

Zatlokal: Ich finde Greta Thunberg sehr stark, die sich trotz ihrer Krankheit so für das Klima einsetzt. Ich selbst bin zwar eine schleißige Umweltschützerin, aber je älter ich werde, desto mehr beschäftigt mich das Thema. Es hat wirklich junge Leute gebraucht, um mich ein bissl aufzurütteln.

Gibt es eigentlich schon wieder ein neues literarisches Projekt?

Zatlokal: Ja, ich habe meinen ersten Verlagsvertrag! Eine Anthologie mit Liebesgeschichten zu den vier Jahreszeiten. Ich schreibe über Herbstliebe, denn ich fühle mich im Herbst meines Lebens: Eine Herbstfrau sucht einen Herbstmann, um den Winter gemeinsam zu verbringen. Das Buch soll spätestens im Oktober erscheinen.