Kremser "Messermann" entwaffnet und verhaftet. Die Verzweiflung wegen gesundheitlicher Probleme ließ am 29. April einen 66-Jährigen im Kremser Stadtteil Weinzierl ausrasten. Er verletzte sich selbst, bedrohte seine Frau und eine Nachbarin und ging letztlich auch noch auf die einschreitenden Polizisten los.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 10. Mai 2021 (07:08)
Mehrere Kampfmesser verschiedener Art wurden beim 66-jährigen Kremser ebenso gefunden wie ein Kleinkalibergewehr.
Usercontent, NÖN-Archiv (Symbolbild)

Es war gegen 17.20 Uhr, als das Kremser Rote Kreuz via Notruf nach Weinzierl beordert wurde. Eine Nachbarin die zufällig in dessen Wohnung anwesend war, meldete, dass sich ein Mann selbst töten wollte.

Drohung: "Ich bringe alle um!"

Wie sich kurze Zeit später herausstellen sollte, hatte der Pensionist, der offenbar auch alkoholisiert war, die Nachbarin und seine ebenfalls anwesende Ehefrau bedroht. Sollten sie sich seinem Plan, seinem Leben ein Ende zu machen, widersetzen, würde es ein Blutbad geben: "Ich bringe alle um!"

Mehrere Messer in den Händen

Beim Eintreffen der Polizei stellen die Beamten fest, dass sich der Mann mit einem Küchenmesser mit einer rund 20 cm langen Klinge bereits Verletzungen zugefügt hatte. Im Stiegenhaus kam der Mann den Beamten entgegen und bedrohte die Polizisten mit dem Umbringen. Dabei hielt er neben dem großen Messer in der einen auch noch zwei kleinere Messer in der anderen.

Pfefferspray & Einsatzstock

Der mehrmaligen Aufforderung der Beamten, die Messer wegzuwerfen, kam der Kremser nicht nach. Als er nach dem Einsatz von Pfefferspray zwar taumelte, jedoch die Messer noch immer nicht fallen ließ, fügte ihm einer der Polizisten mit dem Einsatzstock einen Schlag auf den Unterarm zu. Erst dann ließ der Aggressor die Waffen fallen.

Auch eigene Ehefrau bedroht

In der Folge konnte der Verletzte von den Sanitätern versorgt und ins Krankenhaus Krems gebracht werden. In der Folge verfügte die Staatsanwaltschaft Krems, dass der Verletzte festgenommen und in die Justizanstalt Krems eingeliefert werden musste. Im Gespräch mit der Ehefrau stellte sich heraus, dass er diese zuvor massiv bedroht hatte.

Kampfmesser und Gewehr

In der Wohnung wurden diverse Kampfmesser verschiedener Art, ein Bajonett sowie auch ein Kleinkalibergewehr gefunden und sichergestellt. Gegen den in Haft befindlichen Mann wurde ein Betretungsverbot sowie ein Waffenverbot ausgesprochen. Er muss sich wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt und versuchter schwerer Körperverletzung verantworten.