Kremser Punkte-Fasten fand ein Ende. Nach einem packenden Fight eroberte der Erber UHK Krems mit einem 28:27-Erfolg gegen Sparkasse Schwaz Handball Tirol die ersten Punkte in der Bonusrunde.

Von Bert Bauer. Erstellt am 16. Februar 2020 (15:34)

Held aus Sicht der Heimischen war der slowenische Legionär Lucijan Fižuleto. Das trickreiche Schlitzohr im rot-gelben UHK-Jersey machte die Tiroler Hoffnungen auf einen Punktegewinn eine Sekunde vor Spielende mit einem gefinkelten Hüftwurf endgültig zunichte.

Ständiges Hin und Her

Der erste Spielabschnitt glich einem Wellenritt auf unruhiger See, bei dem sich beide Teams jede Menge technischer Fehler leisteten. Den besseren Start erwischte der regierende Meister, mit dem Ex-Schwazer Thomas Kandolf, der seinen Ex-Kollegen gleich die ersten drei Treffer einschenkte. Die Tiroler ließen sich davon nicht einschüchtern, führten durch Petar Medic postwendend mit 6:4 (9.), ehe sich das Blatt erneut wendete und die Wachauer durch Fabian Posch die Führung wieder an sich rissen (9:7).

Das Zwischenhoch der Gastgeber währte nur kurz, Schwaz drehte abermals die Partie. Sebastian Spendier stellte auf 11:13 (26.). Krems-Coach Ibish Thaqi zückte daraufhin die Timeout-Karte und beorderte Gregory Musel ins Tor. Der UHK-Goalie zeichnete sich gleich mit einem gehaltenen Siebenmeter von Richard Wöss aus. Mit einem Unentschieden ging es in die Kabinen.

Spannung bis zum Schluss

Die Heimischen hatten nach dem Seitenwechsel sofort Oberwasser, legten binnen kurzer Zeit drei Treffer vor, einen Vorsprung, den sie eine Viertelstunde lang geschickt verwalteten. Schwaz steckte nicht auf kämpfte sich wieder bis auf ein Tor heran. 32 Sekunden vor dem Ende glückte Alexander Wanitschek sogar der Ausgleich zum 27:27. Den letzten Angriff hatten dann aber die Kremser. Die Uhr stand auf 59:59 Sekunden, als Fizuleto einen phantastischen Hüftwurf abfeuerte, der im linken Kreuzeck des Schwazer Gehäuses einschlug und die hauchdünne Niederlage der Tiroler perfekt machte.

Tore Krems

Jochmann (1), Schafler (1), Auß (2), Posch (4), Prokop (5), Fižuleto (3), Nigg (1), Kandolf (8), Simek (3); 

Tore Schwaz 

Wanitschek (3), Spendier (6/1), , Wöss (5), Medic (5), Hochleitner (4), Feichtinger (1), Lochner (1), Huber (2).

Stimmen

Ibish Thaqi (Trainer ERBER UHK Krems): „Es war eine aufreibende Partie, in der wir es am Schluss noch einmal selbst spannend gemacht haben. Der Sieg war aus meiner Sicht dennoch verdient.“ 

Thomas Kandolf (Erber UHK Krems): „Der Mannschaft gelang es diesmal besser als zuletzt, den Ball in der Offensive schneller laufen zu lassen. Am Ende wurden wir aber wieder extrem fehleranfällig und waren drauf und dran, das Match noch zu ,schmeißen‘. Und dann hat Lucian Fižuleto eine Sekunde vor der Schluss-Sirene noch einen unglaublichen Hüftwurf zum Sieg abgezogen.“

Frank Bergemann (Trainer Sparkasse Schwaz): „Glückwunsch an Krems. Es war ein offener Schlagabtausch, ein tolles Spiel für die Zuschauer, bei dem wir wieder, wie zuletzt in der Hollgasse, den Punkt fast schon in der Hand gehabt haben. Die Niederlage schmerzt, aber da müssen wir jetzt durch.“ 

Florian Deifl (Sparkasse Schwaz Handball, ehemals UHK Krems): "Die zweite bittere Niederlage innerhalb einer Woche. Auch gegen den Meister agierten wir auf Augenhöhe und hätten uns nach dieser Leistung zumindest einen Zähler verdient. In der Bonusrunde weht eben ein rauerer Wind, an den wir uns jetzt gewöhnen müssen.“