Auf Selfie-Tour durchs Volksfest. "Da ist ja der Kurz!" Für manchen erstaunten Aufschrei sorgte am Samstagnachmittag der ehemalige Bundeskanzler Sebastian Kurz, für den das Wachauer Volksfest eine Station seiner "Kurz im Gespräch"-Tour war. Hunderte Smartphones wurden gezückt, unzählige Selfies geschossen.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 25. August 2019 (14:10)

Hunderte Selfie-Stopps

Für die Gäste des Volksfestes war der Besuch des Politikers auf Wahlwerbetour unerwartet. Unzählige Gäste, vor allem Frauen und Kinder umringten den ÖVP-Chef auf seiner Tour durch den Stadtpark und wollten Fotos mit ihm. Für die Strecke vom Eingang in der Schillerstraße zum Ausgang in der Utzstraße brauchte er rund eine Dreiviertelstunde.

Weiterkommen unmöglich

Mit einem riesigen Tross an Helfern, Fotografen und zahlreichen Parteigenossen war Kurz von der neuen Bezirksgeschäftsstelle zu Fuß ins Volksfestgelände gekommen, wo ihn Veranstalter Erwin Goldfuss empfing. Dann ging es durch die Reihen der Stände, doch an ein schnelles Weiterkommen war nicht zu denken. Nicht nur deshalb, weil der Samstag ja wegen des Konzerts der Militärmusik und des Feuerwerks immer einer der am stärksten besuchten Festtage ist.

"Jünger als im Fernsehen!"

Einige wollten Autogramme ins Buch "Sebastian Kurz", andere outeten sich als Fans und Unterstützer. Einige Mal gab es sogar Gekreische aus Kehlen junger Mädchen, die sich ebenfalls mit dem Kanzler-Kandidaten der ÖVP ablichten ließen. Bereitwillig übernahmen die Begleiter des Türkisen-Chefs die Rolle der Fotografen. "Der schaut ja noch jünger aus als im Fernsehen", staunte eine Pensionistin, deren Gatte sie mit dem Jungpolitiker fürs Familienalbum knipste.

Gespräche waren unmöglich

In die Tiefe gehende Gespräche waren - allein aus Zeitgründen - nicht möglich, wohl aber auch gar nicht erwünscht. Gemeinsam mit den Waldviertel-Kandidaten Martina Diesner-Wais - sie war zum ersten Mal am großen Kremser Fest und vom Ambiente angetan - sowie Lukas Brandweiner ging es durch die Menge. "Grüß Gott, wie geht's?" "Alles gut?" "Sind Sie mit dem Geschäft zufrieden?" Mehr gab es aus dem Munde Kurz' an diesem Nachmittag nicht zu hören.

"Stimmungstest" macht Mut

Die Kremser ÖVP-Funktionäre, die zuvor Gelegenheit hatten, "Kurz im Gespräch" zu erleben, waren über den Stimmungstest hocherfreut. Dafür, dass es keine Zeit gab, mit den "Menschen von der Straße" ins Gespräch zu kommen, das verzieh man in den eigenen Reihen. "Man muss sich vorstellen, was für ein Marathonprogramm er in diesen Wochen absolviert!", zeigte etwa der Kremser Vize Erwin Krammer Verständnis. "Wir werden unseren bestmöglichen Beitrag leisten", rief dem ins Auto steigenden Gast noch ein schwarzer  Vizebürgermeister einer Waldviertler Kleinstadt nach - und weg war der Jungpolitiker.