Zahlen, was man will im Wirtshaus Strobl. In Langenlois entscheidet Gast, wie viel er fürs Essen zahlt.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 02. Oktober 2019 (16:12)
Johann Lechner
Im „Loiser Pfandl“ entscheidet am 6. Oktober der Gast völlig frei, was er fürs Mittagsbuffet hinblättert.

„Bezahlen Sie, was Sie wollen!“ Wenn das keine Einladung für Geizkrägen und Schnorrer ist. Falsch gedacht. Franz Strobl hat das riskante Konzept in seinem Wirtshaus in der Langenloiser Bahnstraße getestet – und wurde für seinen Mut belohnt.

Seit Juli darf bei dem Gastronomen, der die mit Jahresende 2017 geschlossene „Zwoni“- Gaststätte seit Juni im Regulärbetrieb als Strobl‘s Wirtshaus weiterführt, jeden ersten Sonntag im Monat der Gast entscheiden, was er für das dreigängige Mittagsmenü hinblättert. „Die ersten beiden Male sind super gelaufen, da waren es 15 bis 17 Euro im Durchschnitt“, erzählt Strobl.

Zwischen 80 und 100 Gäste habe er gehabt. Der jüngste Mittagsbrunch Anfang September sei dann „nicht so gut gelaufen“. „Vielleicht wegen des Schulanfangs“, sagt Strobl. Schamlos ausgenutzt habe die Aktion niemand. „Jeder, der da war, hat auch etwas gezahlt.“ Weniger als 3,50 Euro habe kein Gast hergegeben.

Der Grund, die ungewöhnliche Aktion zu testen, liegt für Strobl auf der Hand. „Bei freier Zahlungsmöglichkeit bekommt man das beste Feedback.“ Angst vor finanziellen Verlusten habe er nicht gehabt. Die wird der Gastronom auch nicht beim nächsten Mittagsbrunch am Sonntag, 6. Oktober, haben, wenn seine Gäste zwischen zwei Suppen und vier Hauptspeisen wählen können.

Den Gast entscheiden zu lassen, wie viel er zahlt, ist übrigens nicht Strobls einzige gewagte Aktion. Von 15. bis 25. Oktober verkauft er Puten,- Schweins- und Surschnitzel um 3,50 Euro. „Eine reine Marketingaktion“, wie er sagt.