Kremser Landesgalerie als Backofen. Robert Kermer verglich Temperaturen an 30-Grad-Tag. Steiner „Asphaltwüste“ kochte bei 65 Grad.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 17. September 2019 (04:12)
Faruk Pinjo, Archiv/Johann Lechner
Wenn es an einem Sommertag rund um die Landesgalerie bis zu 65 Grad hat, ist es beim Springbrunnen im Stadtpark (links eingeklinkt) mit rund 25 Grad vergleichsweise angenehm. Fotos: Faruk Pinjo, Archiv/Johann Lechner

„Die Fassaden heizen sich wahnsinnig auf. Da hat es nicht 30, sondern 40 bis 50 Grad!“ Was der Schilterner Erlebnisgärtner Reinhard Kittenberger Anfang August im Gespräch mit der NÖN über die Landesgalerie sagte, hat sich mittlerweile nicht nur bestätigt, sondern stellte sich sogar noch als zu geringe Schätzung heraus. Das zeigen Daten, die der Kremser Robert Kermer erhoben hat.

„Das ist eine Asphaltwüste par excellence“

Der 57-Jährige maß am 9. August, an dem Krems bei 31 Grad Außentemperatur schwitzte, mit einem geborgten Infrarot-Thermometer die Oberflächentemperatur verschiedener Stellen der Landesgalerie und der asphaltierten Flächen rundherum. Während die Fassade mit rund 41 Grad vergleichsweise „kühl“ war, kochte die Oberfläche des Asphalts bei bis zu 65 Grad.

„Mir gefällt die Gestaltung der Landesgalerie und ihres Umfelds nicht. Das ist eine Asphaltwüste par excellence. Ich wollte einfach wissen, wie warm es dort wirklich ist“, erklärt Kermer sein Interesse. Er sei sogar verwundert gewesen, dass die Werte „so niedrig“ waren.

Faruk Pinjo, Archiv/Johann Lechner
Wenn es an einem Sommertag rund um die Landesgalerie bis zu 65 Grad hat, ist es beim Springbrunnen im Stadtpark (Bild) mit rund 25 Grad vergleichsweise angenehm.

Kermer habe noch am selben Tag den Vergleich mit Grünflächen in der Stadt gesucht. In der Wiese im Kreisverkehr neben der Landesgalerie maß er 30 Grad. Deutlich kühler war es in der grünen Lunge von Krems, dem Stadtpark. Zwischen den großgewachsenen Bäumen sank das Thermometer auf immerhin 25 Grad herab.

Faruk Pinjo
Wenn es an einem Sommertag rund um die Landesgalerie bis zu 65 Grad hat, ist es beim Springbrunnen im Stadtpark mit rund 25 Grad vergleichsweise angenehm.

Seitens der Landesgalerie reagierte die Pressesprecherin der Kunstmeile, Maria Schneeweiß, auf die Kritik an der Gestaltung. „Die harte Oberfläche auf der Freifläche rund um die Landesgalerie war aus mehreren Gründen notwendig. Das Gelände um den Museumsbau ist stark geneigt und weist einen deutlichen Höhenunterschied zwischen der Kunsthalle Krems und dem Kreisverkehr auf. Die vollständig barrierefreie Erschließung des öffentlichen Bereichs war eine Bedingung. Die harte Oberfläche ist notwendig, um die anfallenden Wassermengen zu leiten und gezielt auf Eigengrund unterirdisch zur Versickerung zu bringen.“

Darüber hinaus sei die Landesgalerie NÖ als Begegnungszone konzipiert, wodurch die Anforderungen der Straßenverkehrsordnung zu berücksichtigen seien.

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