Bernhard Görg lässt in Buch „die Puppen tanzen“. Der aus Krems stammende frühere Vizebürgermeister der Stadt Wien brachte seinen vierten Wachau-Krimi auf den Markt.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 18. September 2019 (04:09)
Lechner
Bernhard Görgs „Dürnsteiner Puppentanz“ ist in der Buchhandlung Schmidl der Bestseller.

Wenn Doris Lenhart, die Chefin der Mordkommission NÖ, mit ihren Ermittlungen beginnt, dann hat ein Kremser seiner Kreativität wieder freien Lauf gelassen. Bernhard Görg hat mit dem „Dürnsteiner Puppentanz“ seinen vierten Wachau-Krimi auf den Markt gebracht. Das 393 Seiten starke Werk (16,90 Euro) ist das bisher längste Buch des früheren Wiener Vizebürgermeisters.

„Mir ging es darum, zu zeigen, wie brutal es auch in der Landespolitik zugeht“Bernhard Görg

Görg bedient sich inhaltlich dieses Mal einer neuen Methode. Die Morde sind angekündigt. Der Mörder wirft Schaufensterpuppen, die wie seine zukünftigen Opfer bekleidet sind, in die Donau.

Ein Mittel, dessen sich Görg wie auch schon in seinen drei vorangegangenen spannungsgeladenen Krimis bedient, ist die Auslegung vieler Handlungsstränge, die sich am Ende miteinander vereinen. Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein können, helfen ihm dabei.

Mit von der Partie ist im Buch dieses Mal auch ein Landeshauptmann, der um jeden Preis eine Massenpanik verhindern möchte. „Die Leute glauben, ich wollte auf Erwin Pröll Bezug nehmen. Das stimmt aber nicht. Es gibt einen ganz bestimmten Typus eines Landeshauptmanns“, klärt Görg auf.

Auch wenn es kein politischer Roman sei, habe er diesmal mehr Politik einfließen lassen als in seinen bisherigen Büchern. „Mir ging es darum, zu zeigen, wie brutal es auch in der Landespolitik zugeht“, sagt Görg. Den Kremsern gefällt das offensichtlich. In der Buchhandlung Schmidl ist der „Dürnsteiner Puppentanz“ der Bestseller. Ob Görg noch ein Buch schreiben wird, weiß er nicht. Pause macht der 77-Jährige jedenfalls keine, er verfasst jetzt wieder Theaterstücke.